Teil eines Werkes 
3. Th. (1856)
Entstehung
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2 Fünfzehntes Kapitel.

verweinen ſehen. Der Ort hatte ſonſt Niemand, der ihm Anhänglichkeit bewies. Was das Geräuſch der Straße an⸗ langte, ſo hallte das Rollen von Rädern nur im Vorüber⸗ gehen auf einen Augenblick durch den Thorweg herein und flugs wieder hinaus, ſo daß es der lauſchenden Miſtreß Af⸗ fery zu Muthe war, als ob ſie taub wäre und ihren Gehör⸗ ſinn nur auf einen kurzen Ruck bisweilen wieder erlangte. Ebenſo war es mit Pfeifen, Singen, Sprechen, Lachen und allen angenehmen Tönen der Menſchenwelt. Sie huſchten im Augenblick an der Lücke vorüber und gingen ihres Wegs.

Der Wechſel des Lichtes von Feuer und Kerze in Mrs. Clennams Zimmer war die größte Veränderung, die je die todtenſtille Eintönigkeit des Ortes unterbrach. In ihren beiden langen ſchmalen Fenſtern ſtrahlte das Feuer mürriſch den ganzen Tag und mürriſch die ganze Nacht. In ſeltenen Fällen zuckte es leidenſchaftlich auf, wie ſie, aber meiſten⸗ theils war es verhalten, wie ſie, und verzehrte ſich ſelbſt ge⸗ laſſen und langſam. Viele Stunden der kurzen Wintertage jedoch, wo es dort ſchon zeitig nach Mittag dunkelte, ſchat⸗ teten ſich mehrfach wechſelnd verrenkte Bilder von ihr in ih⸗ rem Räderſtuhle, von Mr. Flintwinch mit ſeinem ſchiefen Halſe, von der kommenden und gehenden Miſtreß Affery auf der Hauswand über dem Thorwege ab und ſchwebten dort wie Schatten aus einer großen Zauberlaterne. Wenn die ihr Zimmer hütende Kranke ſich zur Nacht einrichtete, pfleg⸗ ten dieſe allmälig zu verſchwinden, wobei Miſtreß Affery's vergrößerter Schatten ſtets zuletzt umherhuſchte, bis er end⸗