Teil eines Werkes 
2. Th. (1856)
Entstehung
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Klein Dorrits Abendgeſellſchaft. 163

es für unzart hielt, ſich aufzudringen, und zwar um ſo mehr, als er wol begriff, daß Maggy's Wohnung von der arm⸗ ſeligſten Art war.Komm, Maggy, ſagte Klein Dorrit heiter,wir werden uns ganz wohl befinden, wir wiſſen ja den Weg, Maggy?

Ja, ja, Mütterchen, wir wiſſen den Weg, kicherte Maggy. Und ſo gingen ſie fort. Klein Dorrit drehte ſich in der Thür um und ſagte:Gott ſegne Sie! Sie ſagte es ſehr leiſe, aber wer weiß? ſie mag droben viel⸗ leicht ſo gut gehört worden ſein, als ein ganzes Sänger⸗ chor in einer Domkirche.

Arthur Clennam ließ ſie an der Ecke der Straße vor⸗ übergehen, bevor er ihnen in der Ferne folgte, nicht im Mindeſten in der Abſicht, ſich zum zweiten Male in Klein Dorrits Privatgeheimniſſe zu drängen, ſondern um ſich Be⸗ ruhigung zu verſchaffen, daß ſie ſicher in der Gegend ange⸗ kommen ſei, an die ſie gewöhnt war. Sie ſah, als ſie in dem humpelnden Schatten ihres großen Zöglings hin⸗ ſchwebte, ſo winzig aus, ſo zerbrechlich, ſo vertheidigungs⸗ los gegen das wüſte, feuchte Wetter, daß ihm in ſeinem Mitleid und in ſeiner Gewohnheit, ſie als ein Kind, aus⸗ geſchieden aus den übrigen Gliedern der rauhen Welt, zu betrachten, zu Muthe war, als hätte er ſie am liebſten auf

ſeine Arme genommen und bis zum Ende ihrer Wanderung getragen.

Im Verlauf der Zeit kam ſie in die Hauptſtraße, wo das Marſhalſea war, und dann ſah er ſie ihre Schritte