158 Vierzehntes Kapitel.
„Wirklich?“ erwiderte Clennam raſch. Nach einer kur⸗ zen Ueberlegung fragte er ſie, weshalb ſie das vermuthe?
„Ich denke,“ erwiderte Klein Dorrit,„daß Mr. Flint⸗ winch mich beobachtet haben muß.“
Und warum ſie das vermuthe, fragte Clennam, wäh⸗ rend er ſeine Augen auf das Feuer richtete, ſeine Augen⸗ brauen herunterzog und ſich's wieder überlegte.
„Ich bin ihm zwei Mal begegnet. Beide Male in der Nähe von zu Hauſe. Beide Male des Abends, wie ich heim⸗ ging. Beide Male dachte ich(obwol das leicht ein Mißver⸗ ſtändniß auf meiner Seite geweſen ſein kann) daß er eben nicht darnach ausſah, als ſei er mir zufällig begegnet.“
„Sagte er irgend Etwas?“
„Nein, er nickte blos und legte ſeinen Kopf auf eine Seite.“.
„Der Teufel hole ſeinen Kopf!“ ſagte Clennam ſinnend, indem er noch immer ins Feuer blickte,„er hängt ſtets auf einer Seite.“
Er riß ſich endlich empor aus ſeinem Sinnen, um ihr zuzureden, etwas Wein auf die Lippen zu nehmen und ſich etwas von den Eßwaaren zuzulangen— was ſehr ſchwierig war, da ſie gar ſo ängſtlich und ſchüchtern war— und ſagte dann wieder nachſinnend:
„Hat meine Mutter ein anderes Benehmen gegen Sie angenommen?“
„O nicht im Mindeſten. Sie iſt ganz ſo wie immer. Ich fragte mich, ob ich nicht beſſer thäte, ihr meine Ge⸗


