Teil eines Werkes 
2. Th. (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Klein Dorrits Abendgeſellſchaft. 155

ches Kind wollte er wieder ſagen ‚meine kleine Dorrit?

Maggy und ich ſind heute Abend, antwortete ſie, ihre Gefühle mit der ruhigen Anſtrengung bezwingend, die ihr längſt zur zweiten Natur geworden war,in dem Theater geweſen, wo meine Schweſter angeſtellt iſt.

Und oh, iſt das nicht ein himmliſcher Ort! unterbrach ſie plötzlich Maggy, welche die Gabe zu beſitzen ſchien, ein⸗ zuſchlafen und aufzuwachen, ſobald es ihr beliebte.Faſt ſo gut wie ein Spital. Nur daß keine gebratenen Hühnchen drin ſind.

Hier ſchüttelte Sie ſich und fiel wieder in Schlaf.

Wir gingen dorthin, ſagte Klein Dorrit mit einem Blick auf ihren Zögling,weil ich mich gern bisweilen mit eignen Augen überzeuge, daß meine Schweſter gut thut, und weil ich ſie gern dort ſehe, während ſie und Onkel nichts davon wiſſen. Es iſt in der That ſehr ſel⸗ ten, daß ich dies thun kann, weil ich, wenn ich nicht auf Arbeit bin, bei meinem Vater bleibe und ſelbſt, wenn ich auf Arbeit bin, raſch nach Hauſe eile. Aber heute Abend habe ich vorgegeben, zu einer Abendgeſellſchaft eingeladen zu ſein..

Als ſie mit ſchüchternem Zögern dieſes Geſtändniß machte, erhob ſie ihre Augen nach ſeinem Geſichte und las ſeinen Ausdruck ſo deutlich, daß ſie ihn beantwortete.

O gewiß nicht! In meinem ganzen Leben war ich bei keiner Abendgeſellſchaft!