Patriarchaliſch. 147
er hierdurch gerettet worden und dahin gelangt, nicht den Richter zu ſpielen und in Demuth barmherzig zu ſein und Hoffnung und einen hülfreichen Sinn zu haben.
Und er blieb hierdurch ferner bewahrt vor der winſeln⸗ den Weichheit und grauſamen Selbſtſucht, zu glauben, weil ſolch ein Glück oder eine Tugend ihm auf ſeinem kleinen Lebenspfade nicht begegnet oder gehörig für ihn gearbeitet habe, deshalb ſei es nicht in dem großen Plane, ſondern, wenn es ſich in der Erſcheinungswelt finde, auf die ſchlechte⸗ ſten Elemente zurückzuführen. Er hatte eine ſchwergetäuſchte Seele im Buſen, aber eine Seele zu feſt und zu geſund für ſolche ungeſunde Luft. Sie konnte, indem ſie ihn ſelbſt im Dunkeln ließ, ſich in's Licht erheben, es an Andern ſtrahlen ſehen und es freudig begrüßen.
Darum ſaß er vor ſeinem erſterbenden Feuer, beküm⸗ mert, wenn er an den Weg dachte, auf welchem er bis zu dieſer Nacht gekommen war, aber ohne Gift auf den Weg zu ſtreuen, auf welchem andere Menſchen bis dahin gelangt waren. Daß es ſeine Beſtimmung geweſen, ſo Vieles zu miſſen, und daß er in ſeinen Lebensjahren ſich ſoweit um⸗ ſehen mußte nach einem Stabe, der ihm Geſellſchaft leiſte und ihn erheitere auf ſeiner nunmehr bergab gehenden Pil⸗ gerfahrt, konnte er mit Recht beklagen. Er blickte auf das Feuer, von welchem die Glut wich, deſſen Glimmen nach dem hellen Brande ſich allmälig legte, in welchem die Aſche grau wurde, worauf ſie in Staub zerfiel, und dachte:„Wie


