144 Dreizehntes Kapitel.
voller Dankbarkeit war und in ſeiner alle Gefühle äußerlich kundgebenden Weiſe mehrmals ſowol des Dolmetſchers als des Chirurgen Hand küßte.
„Ich glaube,'s iſt eine ernſtliche Verletzung,“ ſagte Clennam.
„Ja,“ erwiderte der Chirurg mit der nachdenklichen Freude eines Künſtlers, der in das Anſchauen des Werks auf ſeiner Staffelei verſunken iſt.„Ja, ernſtlich genug. Es iſt ein doppelter Bruch über dem Knie und eine Verrenkung darunter. Sie ſind beide von wunderſchöner Art.“ Er gab dem Patienten noch einen freundſchaftlichen Klaps auf die Schulter, als ob er wirklich fühlte, er ſei ein allerliebſtes Kerlchen und alles Lobes werth, weil er ſein Bein in einer für die Wiſſenſchaft ſo intereſſanten Art gebrochen habe.
„Er ſpricht franzöſiſch?“ fragte der Chirurg.
„O ja, er ſpricht franzöſiſch.“
„Dann wird er hier nicht in Verlegenheit ſein.— Sie haben blos ein Bischen Schmerz zu ertragen wie ein tapfe⸗ rer Burſche, mein Freund, und können Gott danken, daß alles ſo gut geht, wie es geht,“ fügte er in jener Sprache hinzu,„und Sie werden wieder ſo gut laufen, daß Sie ſich wundern ſollen. Nun laſſen Sie mal ſehen, ob noch etwas los iſt, und wie es mit unſern Rippen ſteht.“
Es war nichts weiter los, und„unſre Rippen“ waren ganz. Clennam blieb da, bis Alles, was zu thun war, mit Geſchick und Genauigkeit gethan war— der arme verſpä⸗ tete Wanderer im fremden Lande erbat ſich in rührenden


