Neuntes Kapitel.
keiner Zeit ſeines Lebens mein Name, Clennam, bekannt ge⸗ weſen iſt?“
„Nein, Sir.“
Er fühlte aus dem Tone, in welchem ſie ſprach, daß ſie nach ihm mit jenen geöffneten Lippen aufblickte. Deshalb ſah er vor ſich nieder, um ſie nicht wieder ängſtlich zu machen und zu bewirken, daß ihr Herz ſchneller ſchlüge.
So gelangte ſie hinaus auf die Eiſenbrücke, welche nach dem brauſenden Lärm der Straßen ſo ſtill war, als ob ſie draußen auf dem Lande wären. Der Wind wehte ungeſtüm, die feuchten Windſtöße kamen praſſelnd hinter ihnen her, ſchäumten die Pfützen auf der Straße und dem Pflaſter ab und trieben ſie hinab in den Fluß. Die Wolken jagten wü⸗ thend über den bleifarbenen Himmel, der Rauch und Nebel jagte hinter ihnen, die dunkle Fluth ſtrömte grimm und ſtark in derſelben Richtung. Klein Dorrit ſchien das geringſte, das ruhigſte und ſchwächſte der Geſchöpfe des Himmels.
„Laſſen Sie mich Sie in einen Wagen bringen, mein armes Kind,“ ſagte Arthur Clennam ſehr bald nachher.
Sie lehnte es haſtig ab und ſagte, daß Naß oder Trocken ihr wenig ausmache, ſie wäre gewöhnt in jedem Wetter aus⸗ zugehen. Er wußte, daß es ſich ſo verhielt, und wurde noch mehr zum Mitleid gerührt, und er dachte an die ſchwächliche Geſtalt an ſeiner Seite, wie ſie ihren nächtlichen Gang ging durch die feuchten, dunkeln, geräuſchvollen Straßen, und nach ſolch einem Ruheplatze.
„Sie ſprachen geſtern Abend ſo gefühlvoll zu mir, Sir,


