174 Achtes Kapitel.
wie ſie aufbewahrt würden, wo man wohl Leute, die im Gefängniſſe ſtürben, begraben möchte, wie ſie hinausge⸗ ſchafft, was für Förmlichkeiten dabei beobachtet würden, ob ein unverſöhnlicher Gläubiger auch die Todten zurück⸗ halten könnte? In Betreff des Entwiſchens, was es für Ausſichten des Entwiſchens gäbe? Ob ein Gefangener wohl vermöge einer Strickleiter und eines Strickhakens die Mauern erklettern könnte, wie er auf der andern Seite hinabſteigen, ob er auf einen Hausfirſt ſich herab⸗ laſſen, ſich die Treppe hinabſchleichen, ſich zu einer Thür hinausmachen und in dem Menſchengewühl verlieren würde? Was eine Feuersbrunſt im Gefängniß betraf, wie, wenn eine ausbräche, während er da läge?
Und dieſe unwillkürlichen Gebilde der Phantaſie waren eigentlich nur die Einfaſſung eines Bildes, in welchem ſich drei Geſtalten vor ihm erhielten: ſein Vater mit dem ſtarren Blicke, mit dem er geſtorben, ein Blick, den das Portrait prophetiſch dunkel andeutete; ſeine Mutter, die ihren Arm erhoben hatte, um ſeinen Verdacht abzuwehren; Klein Dorrit, mit ihrer Hand auf dem Arme des tief⸗ geſunkenen Vaters und ihrem abgewandten, geſenkten Köpfchen.
Wie, wenn ſeine Mutter von früherher ſich wohl bewußt war, Urſache zur Milde gegen dieſes arme Mädchen zu haben? Wie, wenn der Gefangene, der jetzt, gäb' es Gott! ruhig ſchlummerte, beim Lichte des großen Gerichtstages ſeinen Fall auf ſie zurückführte? Wie, wenn irgend eine


