Hinter Schloß und Riegel. 165
Arthur war im Begriffe, das Wenige zu ſagen, was er über ſolch ein Thema ſagen konnte, als eine Glocke zu ertö⸗ nen begann und Fußtritte ſich der Thür näherten. Ein hüb⸗ ſches Mädchen von weit beſſerer Geſtalt und weit entwickelter als klein Dorrit, obſchon ſie, wenn die Beiden zuſammen beobachtet wurden, im Geſichte viel jünger ausſah, blieb unter der Thür ſtehen, als ſie einen Fremden erblickte, und ein junger Mann, der bei ihr war, blieb gleichfalls ſtehen.
„Mr. Clennam, Fanny. Meine älteſte Tochter und mein Sohn, Mr. Clennam. Die Glocke iſt ein Zeichen für Beſu⸗ cher, ſich zurückzuziehen, und ſo ſind ſie gekommen, Gute Nacht zu ſagen; aber es iſt noch viel Zeit, viel Zeit. Mäd⸗ chens, Mr. Clennam wird jedes Haushaltungsgeſchäft ent⸗ ſchuldigen, das ihr zuſammen haben mögt. Er weiß, glaube ich, daß ich hier blos ein Zimmer habe.“
„Ich will blos mein neuwaſchenes Kleid von Amy, Vater,“ ſagte das zweite Mädchen.
„Und ich meine Wäſche,“ ſagte Tip.
Amy öffnete eine Schublade in einem alten Möbel, wel⸗ ches oben eine Kommode und unten eine Bettſtelle war, und langte zwei kleine Bündel heraus, welche ſie an Bruder und Schweſter übergab.„Ausgebeſſert und in Ordnung gebracht?“ hörte Clennam die Schweſter flüſtern, worauf Amy mit„Ja“ antwortete. Er war jetzt aufgeſtanden und ergriff die Gele⸗ genheit, ſich im Zimmer umzuſehen. Die nackten Wände waren, offenbar von einer unerfahrenen Hand, grün ange⸗ ſtrichen und kärglich mit einigen Kupferſtichen geſchmückt. Das


