Teil eines Werkes 
1. Th. (1856)
Entstehung
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Sonne und Schatten. 15

Wer geht vorbei den Weg ſo ſpät? Compagnon de la Majolaine! Wer geht vorbei den Weg ſo ſpät? Immer froh! blickte ihr unſchuldiges Geſicht ſo heiter über ſeine Schulter, daß Johann Baptiſt es als Ehrenpunkt anſah, am Gitter in richtigem Tact und Tone, wenngleich ein wenig heiſer, weiter zu ſingen: Die Blum' iſt's aller Ritterſchaft, Compagnon de la Majolaine! Die Blum' iſt's aller Ritterſchaft, Immer froh!

Dies begleitete ſie ſo weit hinab die wenigen ſteilen Stufen, daß der Gefängnißwärter zuletzt ſtehen bleiben mußte, damit ſeine kleine Tochter das Lied bis zu Ende hören und den Refrain wiederholen konnte, ſo lange ſie noch in Sicht waren. Dann verſchwand des Kindes Kopf und dann des Schließers Kopf, aber die kleine Stimme ſetzte die Strophe fort, bis die Thür zuklappte.

Monſieur Rigaud, der den lauſchenden Johann Baptiſt ſich im Wege fand, ehe das Echo ſich beruhigt hatte(ſelbſt das Echo war ſchwächer in der Einkerkerung und ſchien zu zaudern), erinnerte ihn mit einem Fußtritte, daß er beſſer thäte, ſeinen eignen dunklen Platz wieder einzunehmen. Der kleine Mann ſetzte ſich wieder auf das Steinpflaſter hin und zwar mit der nachläſſigen Unbekümmertheit eines Men⸗ ſchen, der ſich durchaus ans Sitzen auf dem Pflaſter gewöhnt hat, und indem er drei Klumpen groben Brotes vor ſich hin⸗