Teil eines Werkes 
1. Th. (1856)
Entstehung
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8 Erſtes Kapitel.

Den Mann auf dem Gitterſimſe ſchien es ſogar zu frö⸗ ſteln. Er wickelte ſeinen großen Mantel mit einer haſti⸗ gen Bewegung der einen Schulter ſchwerer um ſich und brummte:Zum Teufel mit dieſer ſchurkiſchen Sonne, die niemals hier herein ſcheint! 3

Er wartete auf ſeine Atzung, indem er ſeitwärts durch die Eiſenſtäbe blickte, um weiter die Treppe hinabſehen zu können, wobei er viel von dem Ausdrucke eines wilden Thieres hatte, welches Aehnliches erwartet. Aber ſeine Au⸗ gen, zu nahe aneinander, ſaßen nicht ſo edel in ſeinem Ge⸗ ſichte, als die des Königs der Thiere in dem ſeinen, und ſie waren eher ſcharf als hell ſpitze Waffen mit wenig Fläche, ſie zu verrathen. Sie hatten keine Tiefe und keinen Wechſel des Blicks, ſie blitzten, und ſie öffneten und ſchloſ⸗ ſen ſich. Inſofern und indem er ſich ihrer für ſich ſelbſt be⸗ dient hätte, würde ein Uhrmacher ein beſſeres Paar haben anfertigen können. Er hatte eine Habichtsnaſe, die in ihrer Art hübſch war, aber zu hoch zwiſchen den Augen ſaß und zwar ungefähr in demſelben Verhältniß, als ſeine Augen ſich einander zu nahe ſtanden. Im Uebrigen war er lang und ſchlank von Geſtalt, hatte ſchmale Lippen, wo ſein ſtarker Schnurrbart ſie überhaupt ſehen ließ, und eine Fülle trocknen Haares, welches in ſeinem wirren Zuſtande keine beſtimmte Farbe hatte, aber mit Roth durchſchoſſen war. Die Hand, mit welcher er ſich am Gitter feſthielt(über den ganzen Rücken mit häßlichen, erſt neuerdings geheilten Schrammen geſäumt) war ungewöhnlich klein und fleiſchig und würde