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Oberst Jack : oder Schicksale eines Elternlosen / vom Verf. des "Robinson Crusoe". Aus d. Engl. von Carl Kolb
Entstehung
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Da war aber eben wieder kein anderes Gegenmittel, als die Univerſalmedecin für jeden unheilbaren Schmerz die Geduld, und in der That, ich hatte allen Grund, nicht nur mich zu gedulden, ſondern auch Gott zu danken, daß ich nicht in die Hände der Spanier gefallen war. Wäre ich aber auch den Spaniern entronnen, wie meine Leute, ſo wären mir dieſelben Gefahren und Mühſeligkeiten bevorgeſtanden, welche dieſe durchzumachen hatten; denn ſie mußten durch wilde Horden und die noch wildern Fran⸗ zoſen ziehen, welche, ſtatt Handreichung bei dem langen Marſch über Wildniß und Berge zu leiſten, ſie plün⸗ derten und auszogen, bis ſie endlich die ſüdweſtlichen Theile von Südcarolina erreichten.

Mein Gönner, der Kaufmann, bewirthete mich wie einen Fürſten und ließ ſich meine Sicherheit auf das Sorgfältigſte angelegen ſeyn. So lange wir in ängſt⸗ licher Erwartung ſtanden, ob die Schaluppe nicht genom⸗ men und nach Veracruz gebracht worden ſey, hielt er mich in einer kleinen Wohnung in einem Wald verborgen, wo er ein ſchönes Vogelhaus mit allen Arten amerikaniſcher Vö⸗ gel unterhielt, von denen er jährlich einige als Geſchenk an ſeine Freunde in Altſpanien ſchickte.

Dieſe Abgeſchiedenheit war nothwendig, damit die Mannſchaft der Schaluppe, wenn ſie gefangen und nach Veracruz gebracht würde, nicht in Verſuchung gerathen möchte, anzugeben, daß ich ihr Supercargo oder Kauf⸗ mann wäre, und wo ſie mich und die 21 Waarenballots ans Land geſetzt hätten. Was die Güter anbelangt, ſo hatte mein Freund ſchnell damit aufgeräumt; denn er hatte die Ballots ſogleich geöffnet, die Waaren vertheilt, ſie mit andern europäiſchen Gütern, die mit den Gallionen angekommen waren, vermiſcht, neuverpackt und einzelne Partieen davon bald dieſem bald jenem Kaufmann in Mexiko geſchickt, ſo daß es unmöglich geweſen wäre, etwas aufzufinden, ſelbſt wenn eine Angeberei ſtattgefunden haben würde.