Druckschrift 
Oberst Jack : oder Schicksale eines Elternlosen / vom Verf. des "Robinson Crusoe". Aus d. Engl. von Carl Kolb
Entstehung
Einzelbild herunterladen

17&

von mir ſagten, ich hätte ein gutes Geſicht und würde, ſauber gewachſen und gekleidet, gar kein übler Knabe ſein. Schade um ihn, hieß es;man darf nur ſeine Augen und das angenehme Lächeln um ſeinen Mund anſehen. Ich möchte nur wiſſen, wer die Eltern dieſes jungen Schelms ſind und dergleichen. Hin und wieder rief man mich auch an und fragte mich nach meinem Namen, welchen ich dann als Jack angab.Aber Dein Zuname 2% konnte es dann heißen.Ich weiß nicht.Wer ſind Deine Eltern 266 Ich habe keine.Was und Du haſt auch nie welche gehabt?Nicht, daß ich wüßte. Dann ſchüt⸗ telte man den Kopf, rief allenfalls:Armer Knabe! Es iſt Schade u. dgl., und ließ mich gehen. Aber ich nahm mir alle dieſe Vorgänge zu Herzen.

Ich war faſt zehn, der Capitän eilf und der Major ungefähr acht Jahre alt, als unſere Pflegemutter ſtarb. Ihr Mann, ein Matroſe, war kurz zuvor mit einem königlichen Schiffe, welches den Herzog von York(zu König Carls II. Zeiten) nach Schottland begleiten ſollte, zu Grunde gegan⸗ gen, und da die gute Frau in ſehr dürftigen Umſtänden das Zeitliche ſegnete, ſo mußte ſie auf Gemeindekoſten beerdigt werden. Bei ihrem Leichenbegängniß, welchem die drei Jacks anwohnten, ſpielte ich als der Oberſt. denn wir galten alle als ihre Kinder den Hauptleid tragenden, was indeß ihr wirklicher Sohn, der Capitän,, höchlich übel nahm.

Oberſt Jack. II. 2