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Leben und Abenteuer des Capitäns Singleton / von Verf. des "Robinson Crusoe". Aus d. Engl. von Carl Kolb
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ein genügender Beweis für ihre edle, menſchenfreundliche Geſinnung. Indem ich mich nun entſchloß, vorzugsweiſe ſie zum Gegenſtand meiner Freigebigkeit zu machen, zweifelte ich nicht daran, dadurch auch für mich ſelbſt eine Zufluchts⸗ ſtätte und eine Art Mittelpunkt erkaufen zu können, auf welchen meine künftigen Handlungen hinzielen ſollten; denn wahrhaftig ein Mann, der ſein gutes Auskommen hat, aber keinen feſten Wohnſitz, keinen Ort, welcher einen magneti⸗ ſchen Einfluß auf ſeine Neigungen ausübt, iſt in einer der ungereimteſten, unbehaglichſten Lagen in der Welt, aus der er ſich mit all ſeinem Mammon nicht loskaufen kann. 1 Wir waren alſo, wie ſchon geſagt, mehr als zwei Jahre in Venedig und der Umgegend, gepeinigt von der b qualvollſten Unentſchloſſenheit in Beziehung auf unſer künf⸗ tiges Thun und Laſſen. Williams Schweſter beſtürmte uns unabläßig, nach England zu kommen, und wunderte ſich, warum wir auf ſie, die wir in ſo hohem Grade zur Treue verpflichtet hatten, kein Vertrauen zu ſetzen wagten; ja ſie 1 klagte auf eine rührende Art, daß wir Verdacht gegen ſie 4 hegen könnten. Endlich begann ich nachzugeben und ſagte zu William: VKomm, Bruder William(ſeit unſerem Geſpräch in Balſora nannte ich ihn nämlich immer Bruder), wenn Du mir zwei oder drei Dinge bewilligen magſt, ſo will ich von Herzen gern mit Dir nach England gehen.