Druckschrift 
Leben und Abenteuer des Capitäns Singleton / von Verf. des "Robinson Crusoe". Aus d. Engl. von Carl Kolb
Entstehung
Einzelbild herunterladen

494&

Laß mich wiſſen, was es iſt, erwiederte William.

Fürs erſte, ſagte ich,darfſt Du Die keinem Ein⸗ zigen von Deinen Verwandten in England entdecken, außer Deiner Schweſter. Zweitens dürfen wir weder unſere Bärte abnehmen(wir trugen nämlich ganz lange Bärte nach griechiſcher Art) noch unſere langen Kleider ablegen, da⸗ mit man uns für Griechen und Fremde halte. Drittens, dürfen wir nie vor irgend Jemand, ausgenommen vor Deiner Schweſter, Engliſch ſprechen. Viertens, wünſche ich, daß wir immer als Brüder zuſammen leben.

William erwiederte, er verpflichte ſich zu allem dieſem von Herzen gern; freilich werde es ihn ſchwer ankommen, nicht Engliſch zu ſprechen, doch wolle er ſich in dieſem Punkte ſchon überwinden. Und nun beſchloſſen wir, von Venedig nach Neapel zu reiſen, wo wir eine große Geldſumme in Seidewaaren verwandelten, eine andere bedeutende Summe bei einem Kaufmann in Venedig und eine dritte gleichfalls von anſehnlichem Betrag in Neapel niederlegten und uns dafür großentheils Wechſel geben ließen. So langten wir denn wohl⸗ halten in London mit einer Ladung an, wie ſie ſeit einigen Jahren nur wenige armeniſche Kaufleute mit ſich gebracht hatten; denn wir führten auf zwei Schiffen dreiundſiebenzig Ballen roher Seide, und außerdem dreizehn Ballen gewirk⸗ ter Seideſtoffe aus Mailand, die wir in Genua an Bord genommen hatten. Einige Zeit nachher heirathete ich meine

8