Es war zwar außerdem noch ein anderer Verwalter da, der das Privateigenthum des Capitäns unter ſich hatte, aber mir waren diejenigen Schiffsvorräthe übertragen, welche dem Capitän unter dem Titel der Nutznießung anheimfielen. Dduurch ſolche Mittel hatte ich herrliche Gelegenheit, für den Diener meines Herrn— das heißt für mich— Sorge zu tragen und mich in meiner Weiſe vorzuſehen, daß ich beſſer lebte, als irgend Jemand im Schiffe; denn der Ca⸗ pitän verfügte ſelten über die Schiffsvorräthe, ohne daß ein Theil davon für mich abfiel. Nach einer ungefähr ſieben⸗ monatlichen Fahrt von Liſſabon aus langten wir in Goa an, wo wir weitere acht Monate verweilten. Mein Herr war die ganze Zeit über faſt immer am Lande, und ich hatte in der That weiter nichts zu thun, als den Portugie⸗ ſen, die das treuloſeſte, ſchwelgeriſchſte, anmaßendſte und grauſamſte Volk in der ganzen Chriſtenheit ſind, ihre Schuf⸗ tigkeiten abzulernen. Diebſtahl, Lüge, Meineid und die ſchändlichſte Liederlichkeit gehörten unter der Schiffsmann⸗ ſchaft zur Tagesordnung; und ſo ſehr die Matroſen mit
ihrem Muthe prahlten, waren ſie doch im Durchſchnitt die
haſenherzigſten Memmen, die mir je vorkamen, wie ſich denn auch ihre Feigheit bei vielen Gelegenheiten offen ans
Licht ſtellte. Demungeachtet fanden ſich jedoch auch hin und wieder minder Schlimme unter ihnen, und da ich hauptſächlich
Unterproviantmeiſter dem Proviantmeiſter des Schiffes bei.


