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Der Verwünschte : ein Märchen / von Boz (Dickens). Aus d. Engl. übers. von Julius Seybt
Entstehung
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Es wendet ſich noch zum Beſten, liebe Milly, ſagte Mr. William, daß wir ſelbſt keine Kinder haben, und doch wünſchte ich manchmal, daß es anders wäre. Der todte Kleine, auf den Du ſolche Hoffnungen ſetzteſt und der niemals geathmet hat das hat Dich recht ſtill gemacht, Milly.

Ich bin glücklich in der Erinnerung daran, lieber William, gab ſie zur Antwort. Ich denke jeden Tag daran.

Ich fürchte, Du denkſt ſehr viel daran.

Sprich nicht von Fürchten; es iſt eine Erquickung für mich, es ſpricht zu mir auf ſo vielerlei Weiſe. Das unſchuldige Weſen, das niemals auf Erden lebte, iſt für mich wie ein Engel, William.

Du biſt dem Vater und mir ein Engel, ſagte Mr. William ſanft. Das weiß ich.

Wenn ich an alle die Hoffnungen denke, die ich darauf baute, fuhr ſie fort, und wie vielmal ich daſaß und mir an meinem Buſen ein lächelndes Geſichtchen, das nie dort ruhte, und die lieblichen, mir zugewandten Augen, die ſich nie dem Lichte öff⸗ neten, vorſtellte, ſo flößen mir dieſe getäuſchten Hoffnungen eine größere Weichheit und Theilnahme an Andern ein. Wenn ich ein ſchönes Kind in den Armen einer glücklichen Mutter ſehe, ſo liebe ich es um ſo mehr, wenn ich denke, daß mein Kind dieſem hätte ähnlich ſein und mich eben ſo ſtolz und glücklich machen können. Redlaw hob den Kopf in die Höhe und blickte ſie an.

Für das ganze Leben ſcheint es mir eine Lehre zu geben, ſprach ſie weiter. Für arme verlaſſene Kinder fleht mein Kind, als ob es noch am Leben wäre und mit einer mir bekannten Stimme zu mir ſprechen könnte. Wenn ich von einem Jüngling im Lei⸗