Als ſie ihn daher jetzt frug, ob ſie nun nach Hauſe gehen wollten, und er bereitwillig Ja ſagte— denn dies lag ihm ſehr auf dem Herzen,— gab er ihr ſeinen Arm und ging neben ihr her; nicht als ob er der weiſe und gelehrte Mann ſei, dem die Wunder der Natur wie ein offenes Buch waren, und ſie der un⸗ geſchulte Geiſt, ſondern als ob dies Verhältniß umgekehrt ſei und ſie Alles wüßte, und er gar nichts.
Er ſah, wie die Kinder ſich um ſie drängten und ſie lieb⸗ koſeten, als ſie jetzt das Haus verließen, er hörte ihr munteres
Lachen und ihre fröhlichen Stimmen; er ſah ihre freundlichen Ge⸗
ſichter, die ihn wie Blumen umgaben; er war Zeuge der Zu⸗ friedenheit und der Eintracht, die ſich wieder bei den Eltern ein⸗ geſtellt hatten; er athmete die beſcheidene Luft der ärmlichen Hütte, die jetzt wieder im Beſitz ihres ſtillen Glücks war; er dachte an die verhängnißvolle Anſteckung, welche er hier verbrei⸗ tet und die er ohne ſie jetzt noch verbreiten würde, und vielleicht war es kein Wunder, daß er demüthig neben ihr herging und ihren ſanften Buſen näher an ſich zog.
Als ſie in der Pförtnerwohnung ankamen, ſaß der Alte, die Augen ſtarr auf den Boden geheftet, auf ſeinem Stuhl in der Kaminecke und ſein Sohn ſtand, an die andere Seite des Ka⸗ mins gelehnt, ihm gegenüber und ſah ihn an. Wie ſie zur Thür hereintrat, fuhren Beide empor und ſahen ſich nach ihr um, und
Heiterkeit verbreitete ſich über ihre vorher verdroſſenen Geſichter.
O Gott, o Gott! Auch ſie ſehen mich gern, wie die Andern! rief Milly, ſchlug ihre Hände vor Freude zuſammen und blieb ſtehen. Da ſind wieder Zwei!


