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Der Verwünschte : ein Märchen / von Boz (Dickens). Aus d. Engl. übers. von Julius Seybt
Entstehung
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Haufen welken Laubes und Baumſtämme ſich in undurchdring⸗ lichen Schattenmaſſen verloren. Wann Nebel aus Lache, Sumpf und Fluß emporſtieg. Wann der Lichterſchein aus alten Hallen⸗ und Hüttenfenſtern ein erquicklicher Anblick wurde. Wann die Mühle feierte, der Radmacher und der Schmied ihre Werkſtatt ſchloſſen, der Schlagbaum niederging, Pflug und Egge verlaſſen im Felde ſtanden, der Ackersmann mit ſeinem Geſpann ſich heimwärts wandte und die Kirchenglocke mit tieferem Tone ſchlug, als Mittags, und das Kirchhofspförtchen ſich füͤr dieſen Tag ſchloß.

Wann die Dämmerung überall die den ganzen Tag lang eingekerkerten Schatten erlöſte, die jetzt dichter und dichter wur⸗ den, wie ſich ſammelnde Schaaren von Geiſtern. Wann ſie drauend in Zimmerecken ſtanden und finſter hinter halboffenen Thüren hervorlugten; wann ſie im vollen Beſitz unbewohnter Zimmer waren; wann ſie auf den Fußböden, an den Wänden

und Decken leerer Gemächer tanzten, während das Feuer faſt

erſterben wollte, und ſich wie die ebbenden Wellen zurückzogen, wenn es hell auflohte. Wann ſie die Formen vertrauter Ge⸗ genſtände phantaſtiſch verzerrten, die Amme zu einer Kinder⸗ freſſerin machten, das Schaukelpferd zu einem Ungeheuer und das halb von Angſt und halb von Ergötzen erfüllte Kind ſich ſelbſt zu einem fremden, und ſogar die Feuerzange auf dem Herde zu einem rekelhaften Rieſen mit in die Seite geſtemmten Armen, der erſichtlich Menſchenfleiſch riecht und aus anderer Leute Gebeinen Mehl zu ſeinem Brode mahlen will.

Wann dieſe Schatten älteren Leuten andere Gedanken in den Sinn brachten und ihnen andere Bilder zeigten. Wann ſie