Teil eines Werkes 
8. Th. (1848)
Entstehung
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Er geht, ohne zu wanken, ſeinen Weg, verſchließt ſeine Gedanken und Gefühle feſt in ſeiner Bruſt, und theilt ſie Nie⸗ mand mit. Er ſtellt keine Nachforſchungen nach ſeiner Toch⸗ ter an. Er denkt vielleicht, ſie ſei bei ſeiner Schweſter, oder in ſeinem eigenen Hauſe. Er denkt vielleicht beſtändig an ſie, oder

gar nicht. Man kann Alles glauben nach dem, was er äußer⸗

lich blicken läͤßt.

Aber ſo viel iſt gewiß, er glaubt nicht, daß er ſie verloren hat. Er hat keine Ahnung der Wahrheit. Er hat zu lange einſam gelebt auf ſeinem unnahbaren Throne, und ſie, die ſanfte Dulderin, zu lange in dem Pfade tief unten geſehen, um ſo etwas zu fürchten. So ſehr ihn auch ſeine Schmach erſchüttert, ſo iſt er doch nicht ſo gedemüthigt, um mit andern Menſchen gleich zu ſtehen. Die Wurzel iſt ſtark und tief, und in dem Verlauf der Jahre haben ſich ihre Faſern ausgebreitet und Nahrung geſogen aus Allem ringsum. Der Baum iſt getroffen, aber nicht zu Bo⸗ den geſtürzt.

Aber wie er auch die Welt in ſich vor der Welt draußen verbirgt er wähnt, letztere habe jetzt nur eine Arbeit, nämlich ihn überall, wo er hingeht, mit neugierigem Auge zu verfolgen ſo kann er ihr doch nicht die rebelliſchen Spuren verbergen, welche verrätheriſch in hohlen Augen und Wangen, in der faltenvollen Stirn, in der düſtern, brütenden Miene ſichtbar werden. Unzu⸗ gänglich wie früher iſt er doch ein anderer Mann, und ſtolz wie immer iſt er doch gedemüthigt, oder dieſe Zeichen wären nicht vorhanden.