Teil eines Werkes 
6. Th. (1847)
Entstehung
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Capitain Cuttle, das Geſicht dem vom Sturm und Wind gejagten Regen zugewendet, ſah hinaus auf das triefende und vom Regen halb verhüllte Labyrinth der Dächer und ſah ſich dort ver⸗ gebens nach etwas Erheiterndem um. Die Ausſicht in ſeiner Nähe war nicht beſſer. In verſchiedenen Theekiſten und Breter⸗ kaſten zu ſeinen Füßen girrten Robs Tauben wie ebenſoviel ent⸗ ſtehende Winde. Ein roſtiger Wetterhahn ein Seecadett mit einem Fernrohr am Auge, der einſt von der Straße ſichtbar ge⸗ weſen, aber längſt von neuen Bauten eingeſperrt worden, knarrte und klagte auf ſeinen roſtigen Angeln, wie der ungeſtüme Wind ihn unermüdlich drehte und grauſam mit ihm umſprang. Auf des Capitains Cuttle blauer Tuchjacke ſtanden die kalten Re⸗ gentropfen wie Stahlknöpfe; und er konnte ſich kaum aufrecht er⸗ halten gegen den Nordweſt, der gegen ihn anſtürmte, als wollte er ihn auf die Straße herunterwerfen. Wenn eine Hoffnung an dieſem Abend lebendig war, dachte der Capitain, wie er ſich den Hut mit der Hand feſthielt, ſo iſt ſie gewiß zu Hauſe geblie⸗ ben; ſo ging denn der Capitain mit ermuthigendem Kopfſchütteln hinab, um ſie zu Hauſe zu ſuchen.

Langſam ſtieg Capitain Cuttle nach dem kleinen Hinterſtüb⸗ chen hinab, ſetzte ſich in den gewohnten Stuhl und ſuchte die Hoffnung im Feuer; aber dort war ſie nicht, obgleich das Feuer munter brannte. Er zog Tabakskaſten und Pfeife hervor, machte ſich zum Rauchen bereit und ſuchte ſie in der rothen Gluth des Kopfes und in dem kreiſelnden Rauch, der ſeinen Lippen entſtieg; aber auch kein Atom von dem Roſt des Hoffnungsankers war da⸗ rin. Er verſuchte es mit einem Glas Grog; aber trübſinnige

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