Teil eines Werkes 
6. Th. (1847)
Entstehung
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Wie des Capitains Hoffnungen in Bezug auf den wackern, hüb⸗ ſchen Jüngling, den er auf ſeine rauhe Weiſe von Kind auf ge⸗ liebt hatte, zu ſchwinden anfingen und von Tag zu Tag mehr ſchwanden, ſcheute er ſchon den bloßen Gedanken mit Florentinen zu ſprechen. Wenn er gute Nachrichten gehabt hätte, ſo hätte ſich der ehrliche Capitain in das neu decorirte Haus mit ſeiner glän⸗ zenden Ausſtattung gewagt obgleich dieſe und die ſtolze Dame in der Kirche einen gewaltigen Eindruck auf ihn gemacht hatten und wäre ihr vor Augen getreten.

Aber bei der Verdüſterung, die ſtündlich mehr ihre Hoffnungen auf die Zukunft erfuhren, kam es dem Capitain faſt vor, als wäre er ein Unglück und ein Schmerz mehr für ſie, und fürchtete einen Beſuch von Florentinen kaum minder, als Mrs. Mac Stinger ſelbſt.

Es war ein kalter dunkler Herbſtabend und Capitain Cuttle hatte ein Feuer im kleinen Hinterſtübchen anzünden laſſen, das einer Schiffscajüte ähnlicher als je ſah. Der Regen ſtrömte nie⸗ der und der Wind wehte heftig; und wie der Capitain oben aus dem Dachſtübchen ſeines alten Freundes ſich das Wetter anſah, da ſank ihm das Herz. Nicht daß er das Wetter des heutigen Tages mit Walters Schickſal in Verbindung gebracht oder gezweifelt hätte, daß, wenn die Vorſehung ihn zu Schiffbruch und Tod beſtimmt, es längſt vorüber ſei; ſondern unter einem Eindrucke von außen, der mit dieſem Gegenſtande ſeines Denkens gar nichts zu thun hatte,

ſank dem Capitain der Muth und ſeine Hoffnungen ſchwanden,

wie es bei weiſeren Menſchen ſchon oft geſchehen iſt und noch oft geſchehen wird. 43*