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ein großes Rad geht ihm im Kopf herum. Das Stubenmädchen meinte, es ſei keine Sünde, ſich den Tod zu wünſchen.
Auch herrſcht in dieſen untern Regionen eine allgemeine Täuſchung hinſichtlich der Zeit. Jeder meint, es müſſe mindeſtens zehn Uhr Abends ſein, während es noch nicht drei Uhr Nachmit⸗ tags iſt. Eine dunkle Ahnung begangener Unthat beſchwert die Seele jedes Einzelnen, und Jeder hält den Andern für einen Ge⸗ noſſen in der Schuld, den zu meiden das Beſte ſei. Keiner iſt ſo kühn, den verabredeten Beſuch des Theaters zu erwähnen. Wer auf das Tänzehen nur anſpielen wollte, würde verhöhnt worden ſein als ein heimtückiſcher Narr.
Zwei Stunden ſpäter ſchlief Mrs. Skewton noch oben, und in der Küche werden ebenfalls noch einige Schläfchen gemacht. Die Wappen im Speiſeſaal blicken herab auf Brocken, ſchmutzige Teller, Weinflecken, halbgeſchmolzenes Eis, abgeſtandene Neigen, Hummerſchalen, Geflügelknochen und nachdenkliche Gelées, die ſich allmäͤhlich zu einer lauwarmen Gummiſuppe auflöſen.
Die Hochzeit iſt jetzt ihres Glanzes und ihrer Feſtlichkeit faſt ſchon ſo entkleidet, wie das Frühſtück. Mr. Dombey's Die⸗ nerſchaft moraliſirt beim frühzeitigen Thee ſo ſehr darüber und iſt ſo reuig geſtimmt, daß um acht Uhr Alles bußfertig und zer⸗ knirſcht iſt; und Mr. Perch, der um dieſe Zeit aus der City kommt, ganz friſch und luſtig, und ausgerüſtet mit einer weißen Weſte und einem luſtigen Liede, und geſonnen, ſich noch einen fidelen Abend zu machen, wird zu ſeiner Verwunderung kalt em⸗ pfangen und findet Mrs. Perch nicht beſonders geſtimmt, und
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