Teil eines Werkes 
5. Th. (1847)
Entstehung
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Gatten, der unterdeſſen mit dem Major geſprochen hat, den Arm, und iſt wieder ſtolz, ruhig und ſtumm.

Wieder warten die Wagen an der Kirchthüre. Mr. Dom⸗ bey führt ſeine Frau durch die zwanzig Familien kleiner Mädchen vor der Thüre, deren jedes von dieſem Augenblicke an Form und Farbe jedes einzelnen Kleidungsſtückes im Kopfe hat und an ihrer Puppe nachahmt, die immer heirathet.

Cleopatra und Couſin Feenix ſteigen in denſelben Wagen. Der Major hebt Florentinen und die Brautführerin, welche bei⸗ nahe aus Mißverſtändniß getraut worden wäre, in die zweite Kutſche, und ſteigt dann ſelbſt ein, und hinter ihm Mr. Carker. Die Pferde ſtampfen und ſcharren; Kutſcher und Bediente glän⸗ zen in hochzeitlichen Schleifen, Blumen und neuen Livreen. Bald eilen ſie dann rollend durch die Straßen; und wie ſie vorüber⸗ raſſeln, wenden ſich tauſend Köpfe nach ihnen um, und tauſend nüchterne Moralprediger rächen ſich an ihrem eheloſen Stand mit dem Gedanken, daß dieſes Paar heute keine Ahnung hat, wie dieſes Glück nicht dauern kann.

Miß Tox tritt hinter dem Beine des Engels hervor, als Alles ſtill ſitzt, und verläßt langſam die Galerie. Die Augen der Miß Toyx ſind roth und ihr Taſchentuch iſt feucht. Sie iſt verletzt, hegt aber keinen Zorn und hofft, daß ſie glücklich mit einander leben werden. Sie giebt willig die Schönheit der jungen Frau zu und ihre eigenen verhältnißmäßig ſchwachen und verwelkten Reize; aber das ſtattliche Bild Mr. Dombey's in der Lila⸗Weſte und den rehfarbigen Beinkleidern tritt wieder vor ihre Seele und Miß Tox weint ſtill hinter ihrem Schleier,