Teil eines Werkes 
5. Th. (1847)
Entstehung
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der Braut, mehr als wolle er ſie beißen, anſtatt die Süßigkeit ihrer Lippen zu koſten.

Eine Röthe fliegt über ihre ſtolze Wange und ihre Augen flammen, als wollte ſie ihn damit fern halten; aber er läßt ſich nicht irre machen, denn er küßt ſie wie die übrigen und wünſcht ihr alles mögliche Glück.

Wenn Wünſche in Bezug auf eine folche Verbindung nicht überflüſſig ſind, fügt er leiſe hinzu.

Ich danke Ihnen, ſagt ſie mit zuſammengezogener Lippe und auf und ab fliegendem Buſen.

Aber fühlt Edith immer noch, wie an dem Abend, wo ſie wußte, daß Mr. Dombey am nächſten Tag um ihre Hand anhal⸗ ten würde, daß Carker ſie durch und durch kennt und daß ſie durch ſein Kennen mehr erniedrigt wird, als durch alles Andere? Schrumpft deshalb ihr. Stolz zuſammen vor ſeinem Lächeln, wie Schnee in der Hand, die ihn feſt zuſammendrückt? Sinkt deshalb ihr gebieteriſcher Blick zu Boden, wenn ſie ſeinem Auge begegnet?

Es erfüllt mich mit Stolz, daß Mrs. Dombey an meiner beſcheidenen Gabe Gefallen gefunden hat und daß ſie bei einer ſo freudenvollen Angelegenheit einen ſo beneidenswerthen Platz ein⸗ nehmen darf, ſagt Mr. Carker mit unterthänig gekrümmtem Rücken, obgleich Augen und Zähne ſeine Demuth zur Lüge

machen. Sie verbeugt ſich als Antwort auf das Compliment, aber ihre Hand zuckt, faſt als wollte ſie die Blumen zerdrücken und ſie verachtungsvoll zu Boden werfen. Doch ſie giebt ihrem neuen