Teil eines Werkes 
3. Th. (1847)
Entstehung
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Sie erinnern ſich meiner, ſagte Florentine lächelnd, und was für ein kleines Ding ich damals war?

Mein liebes junges Fräulein, erwiderte der Opticus, wie hätte ich Sie auch vergeſſen können, da ich ſeitdem ſo oft an Sie gedacht und ſo oft von Ihnen gehört habe! Ja ſelbſt in dem

Augenblick, wo ſie eintraten, ſprach Wally von Ihnen und gab

mir Aufträge an Sie und

Wirklich? ſagte Florentine. Ich danke Ihnen, Walter, o, ich danke Ihnen, Walter! Ich fürchtete, Sie würden abrei⸗ ſen und kaum an mich denken; und mit dieſen Worten reichte ſie ihm die kleine Hand ſo willig und zutraulich hin, daß Walter ſie ein paar Seeunden lang feſthielt und ſich nicht entſchließen konnte, ſie loszulaſſen.

Und doch hielt ſie Walter nicht ſo, wie er es früher gethan

hätte, und ihre Berührung weckte in ihm nicht jene Träume ſeiner 1

Knabenjahre, die ihm ſelbſt vor Kurzem noch erſchienen und ihn

mit ihren unbeſtimmten und zerriſſenen Geſtalten verwirrt hatten.

Die Reinheit und Unſchuld ihres liebreichen Weſens, ihre offene Zutraulichkeit und die unverhüllte Achtung für ihn, die in der Tiefe ihrer klaren Augen lag und auf ihrem lieblichen Ge⸗ ſicht durch das Lächeln glänzte, welches es überſchattete denn

ach! es war ein zu trübes Lächeln, um jemals ſonniger zu wer⸗

den waren dieſer Romantik fremd. Sie brachten vor ſeine Seele das Sterbebett, an dem er ſie pflegend geſehen, und die Liebe, mit der das Kind ihrer gedacht; und auf den Schwingen dieſer Erinnerungen ſchien ſie ſich weit über ſeine nächtigen Träume in eine klarere und ſchinere Sphärs zu erheben.