Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1850)
Entstehung
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Man wird mir vermuthlich Zeit laſſen, ein Reiſe⸗ kleid anzuziehen?

Sie finden ein ſolches auf Ihrem Bette in Bereitſchaft.

Mein Gott, welche Aufmerkſamkeit! O, dachte die arme Frau, wohin führt er mich? Dieſe ſchleunige Ab⸗ reiſe verbirgt eine Gefahr, einen Schmerz, ich ahne es, kann es aber nicht verhindern, denn mein Schickſal reißt mich mit fort. Ich weiß nicht, welch' ſeltſames Gefühl ich habe. O, möͤchte der Himmel ſich meiner erbarmen!

Glücklich, wie alle Kinder es bei irgend einem Wech⸗ ſel ſind, begleitete Flavia ihre Mutter und wohnte ihrer Toilette bei. Sie ſuchte ſie durch ihr Geplauder, durch ihre Liebkoſungen zu zerſtreuen, allein Beatrix lächelte kaum. Von dieſem Tag an trug ſie eine Art unerklär⸗ licher Ahnung in ſich, die ſie nicht mehr verließ und einen Trauerflor über ihr Leben warf.

Man machte ſich wieder auf den Weg, wie man gekommen war, nur daß die Marquiſe ihre Tochter und die Gouvernante zu ſich in den Wagen nahm. Sie ſtellte ſich ſchlafend und ſprach die ganze Nacht kein Wort. Man überſchritt den Rhein; man kam in Straß⸗ burg an und ruhte dort einen Tag aus. Am folgenden Tage wurden die Wagen von Neuem angeſpannt und man ſchlug wieder den Weg nach Deutſchland ein.

Warum denn nach Kehl zuruckkehren? fragte die Marquiſe.

Um das Dampfſchiff zu nehmen und den Fluß hinab⸗ zufahren.

Und wohin wird es uns bringen, wenn ich ſo neu⸗ gierig ſein darf?

Es wird uns nach Frankfurt bringen, von wo aus wir uns nach Baiern wenden werden.

Herr des Himmels! Wir gehen nach Monza!

Ja, liebe Freundin, wir gehen nach Monza. Ich habe nur dieſes Mittel gefunden, Sie hinzubringen, und unſere Anweſenheit iſt dort dringend erforderlich.