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Nach Monza! nach Monza! wiederholte Beatrix ſchluchzend; Monza!
Es iſt wahrhaftig ſeltſam, vielleicht noch Etwas mehr, Sie um einer ſolchen Kleinigkeit willen weinen zu ſehen, meine Liebe. Vormals beteten Sie dieſes Schloß an, Sie wollten dort Ihre Niederkunft halten und plötzlich haſſen und verabſcheuen Sie es ohne allen Grund. Das ſind Launen eines verwöhnten Kindes, die in Ihrem Alter wenigſtens auffallend ſind. Zum Glück ſind weder Flavia und Robert, noch Fräulein Orthez davon Zeugen.
Frau von Monza erwiederte Nichts; ſie ließ ihren Schleier herab, drückte ſich in die Wagenecke und ſprach auf der ganzen Reiſe kein Wort mehr. Chriſtine fühlte mehr als einmal das Verlangen, ſie in ihrer ſtummen Betrübniß zu tröſten, wagte es aber nicht. Und dann flößte ihr, wie geſagt, die Marquiſe keine Sympathie ein; ſie bemühte ſich, zuvorkommend gegen ſie zu ſein; ihre Natur trieb ſie nicht dazu; es geſchah nie aus Wohlwollen oder von Herzen, ſondern aus Berechnung. Unter den gegenwärtigen Umſtänden erkannte ſie in ihrem Innern, daß ſie die Ürſache ihres Leidens ſei, und eine Art Scham machte ſie noch zuruͤckhaltender als gewöhnlich.
Man reiste Tag und Nacht und kam endlich an einem ſchönen warmen Abend am Ufer der Donau bei⸗ nahe im Angeſicht des Schloſſes an. Die Gegend war prächtig, große Tannen⸗ und Birkenwälder bedeckten die Berge, über welche die Sonne ihre letzten Strahlen verbreitete; unermeßliche Wieſen dehnten ſich am Ufer des Fluſſes aus und ſchmuͤckten mit ihrem Farbenſchmelz die Geſtade deſſelben. An dieſer Stelle verengte ſich die Donau und bildete eine jener in ihrem Laufe ziem⸗ lich häufigen Stromſchnellen, welche die Schifffahrt ſchwierig machen. Bei einer Wendung der Straße er⸗ blickte man auf einer Anhöhe eine alte Veſte mit zacki⸗ gen Thürmchen, welche den Fluß und die Thäler be⸗ herrſchte, deren unerſtürmbare Mauern in die Wolken


