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Alles verſtanden. Sie konnte ſich über die ſchon ſo oft wahrgenommenen Symptome nicht täuſchen und dieſe feurigen Augen, dieſe bewegte Stimme, dieſe bebenden Lippen ließen ihr keinen Zweifel mehr.
Dieſer Mann liebt mich, ſagte ſie zu ſich, er führt mich in dieſes Schloß, um mich vollſtändiger zu eigen zu haben. Ich wette, daß er Robert davon entfernen wird! Ach, meine Lage wird künftig eine ſehr ſchwierige werden. Gegen den Marquis ankämpfen, dem ich keine Hoffnung laſſen will, ohne ihn deßhalb vor den Kopf zu ſtoßen; mit der Eiferſucht der Frau und mit Robert kämpfen, der dieß Alles bald entdecken wird; vielleicht mit Ernſt und dann mit mir ſelbſt kämpfen, um keinen meiner Vortheile zu verlieren. Welche Aufgabe! Den⸗ noch werde ich ſie erfüllen; ich kann ihr untreu werden, bei Strafe, auf meine ganze Zukunft zu verzichten. An's Werk daher und Gott beſchütze mich!
Alles ging, wie Herr von Monza es wünſchte. Mit ihrer gewohnten Gewandtheit verſtand Fräulein Orthez unter den Effecten die auszuwählen, deren die Marquiſe bedürfen oder nach denen ſie allfällig verlan⸗ gen mochte.
Sie ließ ihre Schülerin zu Mittag ſpeiſen und an⸗ kleiden, dann gingen ſie in den Salon hinab und hiel⸗ ten ſich bereit, Herrn und Frau von Monza zu empfan⸗ gen, welche gegen zehn Uhr Abends mit dem Grafen zurückkehrten. Beatrir behielt nur mit Mühe ihre Faſſung bei, als ſie Chriſtine erblickte, dennoch grüßte ſie die⸗ ſelbe beinahe höflich. Herr von Monza nahm ſeine Frau an der Hand und führte ſie zu der nach dem Gar⸗ ten gehenden Thüre. 1
Nicht wahr, es iſt ſchön, liebe Freundin; welch' herr⸗ licher Abend das iſt?
Wunderſchön.
Nicht wahr, bei einem ſolchen Wetter würden Sie gerne reiſen?


