Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1850)
Entstehung
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Dieſe durch Schluchzen unterbrochenen Worte koſte⸗ ten die arme Unglückliche eine ſolche Anſtrengung, daß ſie dem Tode nahe ſchien. Das rührte den Marquis nicht; ein Menſch, der nicht mehr liebt, läßt ſich weder durch Bitten, noch beſonders durch Thränen rühren. Das einzige Mittel, wenigſtens die Oberhaut ſeiner Er⸗ innerungen zu berühren, iſt, ihm zu trotzen und ſich ſtärker und geneigter zum Vergeſſen als er zu zeigen; er hat nur noch eine einzige verwundhare Seite und dieſe iſt die Eigenliebe. Faſt alle vernachläſſigten Frauen verkennen dieſe Wahrheit. Sie zünden Scheiterhaufen an, auf denen ſie ſich, ähnlich den Wittwen in Indien, zum Andenfen Deſſen opfern, der für ſie nicht mehr exiſtirt. Dieſes Rauchopfer der Klage, das ſie vor ihm verbrennen, ſchmeichelt ſeinem Stolze, macht ihn noch grauſamer und die großartigſte Anſtrengung ſeines wun⸗ dervollen Edelmuths beſchränkt ſich darauf, ſie zu be⸗ klagen. Das Mitleid iſt oft das letzte Wort der Un⸗ dankbarkeit.

Der Marquis ſchätzte ſich über die durch Beatrir ihm gemachten Zugeſtändniſſe ſehr glücklich. Er nahm ſie an, ohne ſich zu bekümmern, ob ſie annehmbar ſeien, ob ſie ſeine Würde und beſonders die ſeiner Frau nicht gefährdeten. Alles durch das Prisma der Leidenſchaft beurtheilend, ſah er in dieſer trügeriſchen Luftſpiegelung ein Leben voll Wonne, in welchem die Marquiſe nur aus Schicklichkeit figuriren, der übrige, innere Theil deſſelben jedoch der Welt verhüllt und nur für ihn allein ſichtbar bleiben würde. Die Eroberer kümmern ſich wenig darum, was ein Sieg koſtet, wenn ſie denſelben nur erringen.

Meinetwegen, Madame, antwortete er. Wenn Sie dieſen Entſchluß ſchon lange gefaßt hätten, ſo würden in unſerem Hausweſen weit weniger Verdrießlichkeiten ſtattgefunden haben.

Wie! entgegnete die Unglückliche ſchmerzbeklommen, wie! Sie wollen das wirklich, Sie wollen aus Flavia's