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Mutter eine Fremde, eine Art Paria machen? Sie wollen die, welche Ihren Namen trägt, die, welche Sie ſo ſehr geliebt haben, denn Sie haben mich geliebt, mein Herr! Sie wollen mich verurtheilen, das Haupt vor einer Unbekannten, vor meiner Untergebenen zu beu⸗ gen! Sie wollen, ich ſolle meinen Rechten auf Sie, auf mein Kind entſagen! Oh, nein, nein. Tödten Sie mich, tödten Sie mich lieber! Demüthigen Sie mich nicht, treten Sie mich nicht mit Füßen, geben Sie mich nicht der Verachtung Ihrer Diener, Ihrer Maitreſſe, vielleicht meiner Tochter Preis! Ich ſage Ihnen, tödten Sie mich. Sie erſparen mir eine lange Todesqual.
Dieß iſt der Gang der Leidenſchaft bei einer ſchwa⸗ chen Seele; zuerſt befiehlt ſie, dann demüthigt ſie ſich. Die Leidenſchaft iſt die größte Schwachheit dieſer Welt, wenn ſie nicht die größte Kraft derſelben iſt. Sie kann das Weltall in Aufruhr bringen oder uns in den niedrigſten Stand verſetzen. Es iſt dieß immer das ewige Gleich⸗ niß vom Samenkorn, das auf mehr oder minder frucht⸗ bare Erde fällt.
Mein Gott, meine Liebe! antwortete Amadee, der ſich ſehnte, dieſer Scene ein Ende zu machen, Sie nehmen Alles tragiſch. Wer ſpricht denn davon, Je⸗ mand zu tödten? Wer ſpricht von Verachtung und De⸗ müthigung? Ich biete Ihnen im Gegentheil eine Zu⸗ kunft nach Ihrem Geſchmacke an. Sie werden Jeder⸗ mann Ihrer Umgebung geneigt finden, Ihnen angenehm zu ſein; Sie werden weder Mühe, noch Sorgen, noch Geſchäfte mehr haben; Sie können ſich ganz der Welt, die Sie anbeten, widmen; Sie werden Ihre Tochter unter Ihren Augen erziehen ſehen, Sie werden die Früchte ihrer Erziehung ernten, ohne die Dornen davon zu empfinden; Sie werden in mir einen aufmerkſamen, liebevollen, in allen Dingen gefälligen Gatten finden, denn ich weiß, daß ſie nur Ehrbares thun und wollen können, beſonders aber werden Sie einen wirklichen Freund haben, der geneigt iſt, Ihnen alle möglichen


