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27.
Eheſtandsſcenen.
Der Marquis hatte kaum dieſen Brief empfangen, ſo klopfte man an die Thüre. Einzig von dem Gedan⸗ ken an Chriſtine in Anſpruch genommen und vielleicht thörichterweiſe hoffend, ſie komme, um ſich zu erkundigen, wie weit ſeine Unterhandlungen gediehen ſeien, öffnete er mit klopfendem Herzen und ſah ſich der Marquiſe gegenüber, die ſo bewegt und ſo verſtört wie er war.
Sie hier, Madame? ſagte er mit dem ſehr deut⸗ lichen Ausdruck der üblen Laune zu ihr.
Ja, mein Freund, antwortete ſie, wie eine Frau, die zum Voraus mit dem Entſchluſſe gewappnet iſt, Alles zu ertragen, um an's Ziel zu gelangen. Ich muß etwas Ernſtes, Dringendes mit Ihnen beſprechen und dachte, Sie ſchneller zu ſehen und länger, als bei mir, mit Ihnen reden zu können, wenn ich zu Ihnen käme. Ich hoffe, mein Beſuch werde Sie weder ſtören, noch Ihnen mißfallen.
Amadee machte eines jener verneinenden Zeichen der Höflichkeit, welche einer Bejahung gleichen. Entſchloſſen, ihn nicht zu verſtehen, rückte Frau von Monza einen Lehnſtuhl zerbei und ſetzte ſich an den Tiſch. Ihr for⸗ ſchender Blick hatte bald das Zimmer durchlaufen.
Ach, ſagte ſie, Sie ſind ſcheint's, frühe ausgegangen, daß Ihr Zimmer ſchon in Ordnung iſt?
Das Bett befand ſich noch in demſelben Zuſtande, wie Abends zuvor, da Herr von Monza ſich nicht nie⸗ dergelegt hatte, und ſeine bis auf die Leuchterdillen abge⸗ brannten Wachskerzen deuteten auf eine lange Nachtwache.
Ja, antwortete Amadee barſch, ich bin früh ausge⸗ gangen; aber was haben Sie mir zu ſagen, Beatrix? Ich habe noch nicht Toilette gemacht und man wird bald zum Frühſtück läuten.


