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allein die Leidenſchaft tödtete den Zweifel; ſie wollte um jeden Preis wiſſen. Die Leidenſchaft macht grauſam.
Waren Sie da oder dort, Fräulein? fuhr ſie fort, als ſie ſah, daß Chriſtine ſchwieg.
ie erſte Regung dieſer war, ihr die ganze Wahr⸗ heit zu geſtehen, die Ueberlegung hinderte ſie jedoch daran. Sie dachte, wenn ſie auf ſolche Weiſe ihr Geheimniß einer eiferſüchtigen Frau enthülle, ſo ſetze ſie ſich der Gefahr aus, es bald aller Welt bekannt gemacht zu ſehen; ſie ſchrack vor dem Gedanken zurück, von einer Inconſequenz oder einem Zorne abzuhangen und unter⸗ zog ſich daher einer der grauſamſten und häufigſten Noth⸗ wendigkeiten im Leben, der, ſich zu verſtellen.
Wo ich auch ſein mochte, Madame, entgegnete ſie, ich ſchwöre Ihnen, daß ich Ihnen gegenüber mir keinen Vorwurf zu machen habe; ich weiß mich von jedem Fehl⸗ tritt in Ihrem Hauſe rein, und muß ich daſſelbe ver⸗ laſſen, ſo werde ich es mit ungebeugtem Haupte und ruhigem Herzen verlaſſen, Gott und ich wiſſen es.
Das iſt nicht genug, Fräulein, Sie müſſen mich auch überzeugen, die Welt überzeugen.
An der Welt iſt mir wenig gelegen, Madame, ich gehöre ihr nicht an, und was Sie betrifft, wenn Sie überzeugt ſein wollen, ſo werden Sie es ſchnell ſein. Schauen Sie mich an, ſchauen Sie mich nur an; iſt in meiner Phyſiognomie ein Merkmal, das mich der Lüge zeiht? Nein, Madame, nein, ich bin über den Betrug, über die Lüge erhaben, nur ſchwache Weſen nehmen zu dieſen Zuflucht. Ich ſchwöre Ihnen bei Gott, bei mei⸗ nem lwißen Heil, daß der Herr Marquis mir nie eine andere als die der Gouvernante ſeiner Tochter gebührende Aufmerkſamkeit geſchenkt hat; ich ſchwöre Ihnen, daß ich nie anders an ihn, als an den Vater meiner Schü⸗ lerin gedacht habe, und ich ſchwöre Ihnen ferner, Ma⸗ dame, daß wenn der Herr Marquis eine wahnwitzige Liebe für mich fühlen ſollte, wenn er mir alle Kronen der Erde anböte, daß ich ihm doch nur meinen ehrer⸗


