Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1850)
Entstehung
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Sie wollen mich, glaub ich, verhören, Fräulein? antwortete dieſe mit faſt unverſchämtem Hochmuthe.

Nein, Madame, aber bevor ich Ihnen antworte, bevor ich mich Ihnen gegenüber ernſtlich erkläre, muß ich doch wiſſen, weſſen ich beſchuldigt bin.

Sie ſind nicht nur beſchuldigt, ſondern auf der That ertappt.

Glauben Sie, Madame?

Sie haben mich hintergangen, Sie haben Ihr Spiel mit mir getrieben...

Madame!

Sie haben mein Vertrauen, meine Güte mißbraucht...

Madame! O Madame!

Sie rauben mir die Zärtlichkeit meines Kindes, die Liebe meines Gatten.

O, mein Gott!...

Sie werden mein Haus verlaſſen...

Madame!...

Indem Chriſtine dieſes Wort dreimal nach einan⸗ der wiederholte, nahm ihre Stimme jedesmal einen zer⸗ reißenderen Ausdruck an; beim dritten Mal erſtarb das Wort faſt auf ihren Lippen und zwei ſtille Thränen ran⸗ nen über ihre ſo blaſſen Wangen. Beatrir wurde von dieſem Schweigen und dieſem Schmerz ergriffen, faßte lebhaft ihre Hände und rief in einer dergleichen Charak⸗ teren eigenen Aufwallung:

So rechtfertigen Sie ſich doch endlich! Ich, ich will Sie nicht ungerecht anklagen! Eigentlich liegt mir nicht viel daran, ob Sie wiſſen, was ich gethan habe, ich ver⸗ berge meine Beſorgniſſe nicht, ach! ich müßte mein gan⸗ zes Leben verbergen! Ich war an der Thüre meines Mannes, ſie war verſchloſſen, ich habe... ſogar bei Robert angeklopft, Keiner hat mir geantwortet.

O, Madame!

In dieſem letzten Worte lag ein ſo wirklicher, ſo ſchmerzlicher, ſo verwundender Vorwurf, daß die Mar⸗ quiſe ihn unwillkürlich im Herzen fühlte. Sie zweifelte,