Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1850)
Entstehung
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immer bleiben. Darum, Herr Marquis, bitte und be⸗ ſchwöre ich Sie, verhelfen Sie mir zur Flucht, helfen Sie mir, daß ich an's Ende der Welt gehen und wieder weinen und büßen kann, und daß dieſer Menſch mich nicht finde, daß er mich nicht mit ſeiner ſchändlichen Liebe beflecke. Haben Sie Mitleid mit mir, im Namen Ihrer Tochter, die beinahe die meinige iſt, retten Sie mich! retten Sie mich!

Sie hatte ſich auf die Kniee geworfen, Thränen tröpfelten langſam von ihren Augenlidern, ihre Haare bedeckten ſie beinahe gänzlich, ihr Kleid hatte ſich geöff⸗ net und ließ ihre ſo weißen Schultern ſehen; die ganze Aufregung, der ganze Schmerz ihrer Seele lag auf ihren Zügen. Sie war ſo ſchön, daß ſie ſelbſt Plato verrückt gemacht hätte. Voll Entzücken und mit gefalteten Hän⸗ den ſchaute der Marquis ſie an; er dachte nicht daran, ſte aufzuheben, er dachte nicht daran, ihr zu antworten, er ſchaute ſie an! Das Gift ergoß ſich tropfenweiſe in ſein Herz, es bemächtigte ſich ſeines ganzen Weſens und us Ehriſtine⸗ über ſein Schweigen erſchrocken, wie⸗ derholte:

Sie wollen mich alſo dieſem Menſchen überliefern?

Da rief er:

Sie dieſem Menſchen überliefern, oh! ſein Leben wäre mir verfallen, bevor er ſich Ihnen nähern könnte. Nein, nein, fürchten Sie nichts, Fräulein, und beſon⸗ ders denken Sie nicht daran, ſich von uns zu entfernen. Nirgends können Sie vor den Unternehmungen des Gra⸗ fen beſſer geſchützt ſein, als bei mir; ich brauche ihm nur einige Zeilen zu ſchreiben und ſeine Verfolgungen werden augenblicklich ein Ende nehmen. Ihre edle Auf⸗ richtigkeit tilgt in meinen Augen Ihren Fehler, der durch Alles, was Sie litten, ſo grauſam abgebüßt wurde. Ich übergebe meine Tochter von Neuem Ihren Händen und bin überzeugt, daß ſie keinen beſſeren anvertraut werden kann. Gehen Sie in Frieden fort und hegen Sie keine Unruhe mehr, ich ſtehe Ibinn fortan mit

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