Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1850)
Entstehung
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Schloſſes mehr; ſie übernahm es, mich bei ihnen zu entſchuldigen, und ich ſchrieb an Ernſt. Ich ſchrieb ihm, daß ich ihn nicht mehr liebe, denn von dem Augenblicke an, wo er nicht mehr der Mann war, den ich träumte, liebte ich ihn nicht mehr, mein Herr. Ich bat ihn, mich zu vergeſſen, mir nicht zu folgen, mich nicht zu ſuchen, und machte ihm eine Jaljche Angabe Betreffs des Ortes, wohin ich mich zu begeben gedachte. Ich brachte eine falſche Adreſſe in Umlauf, um ihn über meinen wirk⸗ lichen Aufenthalt zu täuſchen, und er ward getäuſcht.

Ich floh nach Paris, wo ich verborgen blieb, bis der Graf meine Spur ganz verloren hatte. Er ſchrieb mir mehrmals; ſeine Briefe ſuchten mich an zehn ver⸗ ſchiedenen Orten, wo ich Freunde hatte, die von mir benachrichtigt waren. Die Frau Herzogin von Alagny ſprach Ihnen von mir, ich trat in Ihr Haus ein, das Uebrige wiſſen Sie.

Aber welche Gefahr bedroht Sie denn? Warum ſuchen Sie um meinen Schutz nach?

Ich habe den Grafen vor einigen Tagen in der Favorite angetroffen, ſeither verfolgt er mich, droht er mir, mich, wenn ich ihm nicht folgen wolle, Angeſichts aller Welt bei Ihnen aufzuſuchen, mich als eine Elende aus Ihrem Hauſe jagen zu laſſen. Das iſt nicht Alles, er verlangt, was er ſeine Rechte nennt, er will Nachts in Ihr Haus, in mein Zimmer eindringen! Er will mich zwingen, eine verhaßte Feſſel wieder auf mich zu nehmen. Oh, das darf nicht geſchehen und ſollte ich ſterben! Ich habe einmal einer unerklärlichen Verblen⸗ dung nachgegeben, ich habe einen Fehler begangen und dieſen habe ich Ihnen gebeichtet. Dieſen Fehler beweine, beklage ich, büße ich ſeit drei Jahren ab, bitte ich Gott in jeder Minute meines Lebens ab. Ich habe gelitten, ja, ich habe ſehr gelitten, mein Herr! Sehen Sie, ich bin kein verlorenes Mädchen, ich liebe, ich bete die Tu⸗ gend an, die Ehre iſt mein Cultus; außer dieſem Augen⸗ blick des Vergeſſens war ich immer rein und ich will es