Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ohne einen Entſchluß zu äußern, und Miſtreß Packet glaubte mich beſtimmt zu haben. Gleich einer Som⸗ nambülen wohnte ich dem Frühſtück bei, antwortete auf Alles verkehrt, ſah nichts von Allem, was ich anſchaute, und litt bei dem Gedanken an die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Indeſſen hatte ich die Kühnheit, Ernſt in einem Augenblick anzureden, wo Niemand uns hören konnte, und ihn zu bitten, mich in den Park zu begleiten. Wir entwiſchten Jedes nach einer Seite hin, um uns ſicherer anzutreffen. Nach eini⸗ gen Umwegen geſellten wir uns zuſammen und hier theilte ich ihm unter Thränen und Gewiſſensbiſſen den empfangenen Heirathsantrag mit, und bat ihn, mich demſelben zu entziehen und den Verdruß und die Schande, undankbar gegen meine Freunde zu erſcheinen, von mir abzuwenden.

Werden Sie es glauben, mein Herr? Dieſer Mann, dieſer Elende, dieſer Liebhaber von der vorhergehenden Nacht, dieſer Halbgott, dieſer Held redete mir zu, nicht ſeinen Nebenbuhler zu heirathen, das paßte nicht in ſeinen Kram, ſondern ſeine Wohlthaten um den Preis meiner Entehrung anzunehmen. Er ſchlug mir dieſe Schändlichkeiten zwar nicht vor, wie ich ſie Ihnen ent⸗ hülle, ſondern umgab ſie mit Sophismen, Schmeiche⸗ leien, Betheurungen, allein ich witterte die Schlange unter den Blumen und mein ganzes Weſen empörte ſich gegen eine ſo furchtbare Schlechtigkeit. Seinen Armen mich entreißend, eilte ich zu Miſtreß Packet, warf mich ihr zu Füßen und ſchwor ihr, daß ihr Verwandter meine Hand nie erhalten könne. Ich bat ſie im Namen ihrer Tochter, eine mir verhaßte Liebe fliehen zu dürfen und ohne ihr die wirkliche Urſache dieſes Wunſches zu offen⸗

baren, verlangte ich noch an demſelben Tage in'sgeheim abzureiſen, ohne daß Jemand auf der Welt meinen Zu⸗ fluchtsort erführe. Nach tauſend Bitten willigte ſie endlich ein! Ich ſah weder den Grafen noch irgend einen Bewohner des Die blutige Marquiſe. I. 15