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O, mein Gott, rief der Marquis, und für einen ſolchen Mann!
Ich hielt ihn für groß, mein Herr, groß wie die Welt, und ich machte ihn glücklich, glücklich durch mich, die ich nie Jemand beglückt hatte, die ich nie durch Je⸗ mand beglückt worden war. Die Stunden verſtrichen wie in einer Zauberwelt, ich glaube ſie geträumt zu haben. So lange er da war, vergaß ich meinen Feh⸗ ler vollſtändig, ich hätte ihn noch tauſendmal begangen, um ihm das nämliche Glück zu ſpenden, um zu ſehen und zu hoͤren, wie er mir mit ſeinen ſchönen Augen, mit ſeinen ſchönen, vor Freude ſo triumphirenden Lippen dankte, um dieſe Wunde, den Beweis einer ſo mächti⸗ gen und ſo wahren Leidenſchaft anzubeten. O, mein Gott, wie glücklich war ich!
Aber als am andern Morgen bei meinem Erwachen das aufrichtige und reine Kind, das mir anvertraut war, an mein Bett trat, als ich das Mädchen ſo keuſch und ſo unſchuldig an derſelben Stelle ſah, wo ſo wenige Stunden zuvor meine Unſchuld unter Ernſt's Küſſen entſchlafen war, da kam ich zu mir ſelbſt, da fühlte ich meinen Fall in ſeinem ganzen Umfange, da fühlte ich mich unwürdig, bei dieſem jungen Mädchen zu bleiben, und begann in Thränen auszubrechen.
Das arme Kind brachte mir ein Billet von ſeiner Mutter, das mich unverzüglich zu ihr beſchied. Ich war ſpät aufgewacht, man fürchtete, ich ſei unwohl gewor⸗ den und doch hatte Miſtreß Packet mir die wichtigſten Mittheilungen zu machen, wie ſie ſagte. Außer Stande zu antworten, da ich durch mein Gewiſſen ſchon erſchreckt war und eine Entdeckung fürchtete, ſtand ich auf. Die treffliche Mutter überbrachte mir den Heirathsantrag ihres Verwandten, ſie unterſtützte denſelben mit ihrer ganzen Zärtlichkeit, und als ich mich hinter meine Ün⸗ würdigkeit verſchanzte, hielt ſie mir meine Tugend, mei⸗ nen Ruf, meinen Charakter entgegen, was weiß ich? Alles, worüber ich damals erröthete. Ich entfernte mich


