Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1850)
Entstehung
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zu gefallen. Ich habe den Graben durchſchwommen, im Schnee gewartet, bis die Bedienten ſich zur Ruhe be⸗ gaben, und dann trat ich hier ein. Jetzt laſſen Sie uns zur Feuerprobe übergehen, Sie werden ſehen, daß das ſuͤr ein leidenſchaftlich verliebtes Herz Nichts iſt.

Ich machte keine Bewegung, ihn zurückzuhalten; mein Kopf war ein Chaos, in welchem ſich alle Gedan⸗ ken verwirrten; ich ſchaute ihn an, ich hörte ihn an, ich ließ mich von dieſem Zauber hinreißen, ich liebte ihn mit allen Fähigkeiten meiner Seele und meines Körpers und dennoch beherrſchte er mich noch nicht.

Er nahm aus dem Kamin eines jener glühenden Kohlenſtücke, die man nur auf engliſchen Feuerherden findet und legte es in voller Glut in das Grübchen ſei⸗ ner Hand.

Dann kniete er nieder, und, wie beim Prinzen von Oranien, veränderte ſich ſeine Geſichtsfarbe nicht, ſeine Augen wurden feuriger, ſeine Lippen lächelten, er redete, er redete lange und enthuüllte mir eine jener ausnahms⸗ weiſen, ſo ſeltenen und in der Welt ſo wenig verſtan⸗ denen Naturen. Er redete eine mir neue Sprache, ich glaubte in dieſer Seele Alles zu leſen, was von großen Ideen, edeln Trieben in der meinigen lag; ich glaubte unter dieſer reizvollen Hülle den Helden meiner Träume, den Herrn gefunden zu haben, dem ich ſtolz gehorchen wuͤrde; ich hörte ihn bewunderungswürdige Theorien entwickeln; er verſprach mir einen Platz an ſeiner Seite, über der Menſchheit, wie ich ihm in meinen Träumen einen Platz an meiner Seite aufbehalten hatte. Und die Kohle brannte immer! Unſere beiden Weſen ver⸗ einigten ſich in Hoffnungen, Plänen, Wünſchen; ſeine Leidenſchaft, ſtürmiſcher als die meinige, lieh ihm mehr Energie, mehr Gewalt; ich, die Erfahrungsloſe wurde dadurch getäuſcht, mein Kopf ſchwindelte, meine Einbil⸗ Bungekraſt wurde hingeriſſen, mein Herz ſchlug zum Zerſpringen und der Augenblick, in dem ich meine In⸗ feriorität erkannte, war der meiner Niederlage!