Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1850)
Entstehung
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Er wird ſich um jeden Preis auszeichnen, ſagte ich zu mir, er wird in einen Abgrund ohne Ausgang hinab⸗ ſteigen und ſein Sturz wird mir zur Laſt fallen. Nein, ich will dieſen Mann nicht lieben; nein, ich will nicht, daß er mich liebe, und Gott wird mir zu Hulfe kommen.

Am folgenden Tage war er träumeriſch, melancho⸗ liſch, er beantwortete die an ihn gerichteten Scherze nicht, ſondern lenkte das Geſpräch geſchickt auf die Liebe. Dieſe ewige, immer neue Erörterung begann wieder, wie ſie ſtets beginnt. Jeder ſagte ſeine Meinung, Jeder ſetzte ſeine Chimären darüber aus einander und endlich verlangte Jemand auch meine Anſicht zu hören.

In meiner Stellung, antwortete ich, iſt die Liebe entweder ein Luftſchloß oder ein Vergehen; weder das Eine noch das Andere ſagen mir zu.

Ernſt ſchlug die Augen zu mir auf und ſchwieg.

Ich hörte einen prächtigen Zug von ich weiß nicht was für einem Prinzen von Oranien erzählen, der in ein junges Mädchen verliebt war, zu welchem deſſen Mut⸗ ter ihm den Zutritt verweigerte, verſetzte eine Dame. Er traf ſie bei einem Feſte an, die Mutter ſetzte ſich zwi⸗ ſchen die Beiden und erſuchte den Prinzen, ihre Tochter nicht zu compromittiren. Sie befanden ſich in der Nähe des Kamins, der junge Mann bat die Mutter, ſo lange mit ihrer Tochter ſprechen zu durfen, als er eine glühende Kohle in der Hand zu halten vermöge. Ohne Schwie⸗ rigkeiten zu machen, willigte die Mutter ein, legte dem Prinzen eigenhändig ein brennendes Stück Holz in die Hand und trat dann etwas bei Seite. Als ſie ſah, daß die Unterhaltung dennoch lange daure, näherte ſie ſich den Liebenden wieder und machte dem jungen Manne den Vorwurf, ſein Verſprechen nicht zu halten. Statt aller Antwort ſtreckte er die Hand gegen ſie aus, die Kohle war erloſchen und das Fleiſch bis auf den Kno⸗ chen hinein verbrannt, ohne daß das Geſicht des Prin⸗