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zen den geringſten Schmerz ausgedrückt, ohne daß eine einzige Muskel ſeiner Phyſiognomie gezuckt hätte.
O, rief ich, heutzutage findet man keinen ſolchen Charakter mehr! Ich meine, ich würde einen ſolchen Mann anbeten.
Meinen Sie, Fräulein? fragte der Graf.
Ich laufe keine Gefahr, mich dazu zu verpflichten, entgegnete ich, ich werde niemals beim Wort genommen werden.
Ernſt ſchaute mich an und ward ſehr blaß.
Ach, mein Herr, ich nähere mich dem Augenblicke, welcher über mein Leben entſchied; ich zittere fortzufah⸗ ren, denn an Ihrer Achtung iſt mir viel gelegen, und wenn ich meine theure Flavia verlaſſe, ſo möchte ich wenigſtens in ehrenvollem Andenken bei Ihnen ſtehen, ſo wünſchte ich, Sie möchten mit Nuhe auf die Zeit blicken können, die ich bei ihr zugebracht habe. Ach, mein Herr, mein Herr, beurtheilen Sie mich nicht falſch, ich beſchwöre Sie.
Ich höre Sie an, Fräulein.
Wenn Sie mir ſo antworten, ſo finde ich nicht den Muth, dieſe im Vertrauen gemachte Mittheilung zu be⸗ endigen. So ſeltſam es Ihnen auch ſcheinen mag, ich bin zu Ihnen gekommen, weil ich größeres Vertrauen auf Ihre Theilnahme als auf die der Frau Marquiſe ſetzte; ſie imponirt mir, ſie erſchreckt mich; Sie dagegen, mein Herr, von dem ich täglich ſehe, wie gut, wie zäͤrt⸗ lich Sie gegen Ihr Kind ſind, Sie, der gute Vater, Sie werden Mitleid mit mir haben; Sie, der Erbe eines ohne Gunſt und ohne Privilegium durch das bloße Ver⸗ dienſt eines berühmten Vaters erlangten Ruhmes, Sie werden meinen Stolz begreifen, entſchuldigen. Die Ahnen der Frau Marquiſe haben in den Kreuzzügen mitge⸗ kämpft, ihre Strenge entfernt mich von ihnen; der Fürſt von Monza ſpricht mich an und Sie, der Sie ſeinen Namen tragen, ehre ich wie dieſen Namen ſelbſt. O,


