Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1850)
Entstehung
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Frau an ihr zu finden. Er entdeckte an dieſem herrlichen und leidenſchaftlichen Geſchöpfe unbekannte Reize. Keuſch und rein, war Chriſtine für ihn eine Madonna; liebend und gefühlvoll, war Chriſtine die reizendſte, anbetungs⸗ würdigſte der Frauen. Er ſchaute ſie mit Entzücken an Kid unwillkürlich widerhallten die Worte in ſeinem Ohre:

Sie hat geliebt, ſie kann wieder lieben!

Dieſe Liebe beherrſchte mich indeſſen nicht, ich hielt ſie unter meinen Füßen wie einen oft ſich empörenden, aber immer wieder unterworfenen Sklaven. Ich hatte dieſes unwiderſtehliche Joch, deſſen Macht ſtärker iſt als die meinige, noch nicht auf mich genommen; bis dahin war ich ſtarker als Alle. Es liegt ſo viel Kraft in mir! Der mit meinen Freunden verwandte Herzog lud uns ein, den Winter auf ſeinem Schloß in Devonſhire zu⸗ zubringen. Das war mein Untergang, Herr Marquis. Herr von Jauſſeliere begleitete uns hin; ſeine Gewandt⸗ heit umgarnte mich mit ſo viel Schlingen, ich wurde von ſo vielen Seiten überliſtet, daß ich mich gefangen fühlte, wie ein armer Vogel im Garne. Suchte ich ihn zu vermeiden, ſo brachten ſogar meine Combinationen ihn mir näher. Alles ſprach mir von ihm, ſein Geiſt, den man überall rühmte, die muthvollen und ſogar ver⸗ wegenen Handlungen, die man ihm zuſchrieb, und end⸗ lich, um einen Vers zu citiren, der mir in dieſem Augen⸗ blick als gewichtigſter Ausdruck meines Gedankens ein⸗ fällt:

„Und dem Almoſen iſt ſein Bildniß aufgeprägt.“

In dieſem entzückenden Stücke, welchem dieſer Vers entnommen iſt, hat Frau von Girardin den Zuſtand meiner Seele errathen. Suchte ich irgendwo das Elend zu erleichtern, ſo hatte Ernſt vor mir daran gedacht, es gab keine Hütte, die er nicht beſucht, keinen Schmerz um uns her, den er nicht getröſtet hatte. Sein Lob ſtieg