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Kreiſes ſei. Von da an trachtete ich nach einem andern Schauplatze... Doch ich langweile Sie vielleicht, Herr Marquis.
Im Gegentheil, Fräulein, Sie machen mir das größte Vergnügen. Fahren Sie fort.
Sie zweifeln hoffentlich nicht, mein Herr, daß ein gewichtiger Beweggrund mich zwingt, Ihnen ſo lange von mir zu ſprechen?
Was auch der Beweggrund ſein mag, ich höre Sie ſehr gerne an, ich verſichere Sie. Ihre Offenherzigkeit, Ihr biederer Charakter rühren mich ungemein und we⸗ niger als je begreife ich, warum Sie meiner Tochter eine ſo ausgezeichnete Gouvernante rauben wollen.
Ach, mein Herr, warten Sie! warten Sie! Urthei⸗ len Sie noch nicht.
Eine von Chriſtinens braunen Flechten löste ſich ganz auf, ohne daß ſie es bemerkte, und ſiel auf ihre Schulter nieder. Der Marquis konnte ſeinen Blick nicht von dieſem prachtvollen Haare abwenden, das ſo lang als ihr Gewand war. Das junge Mädchen aber fuhr fort:
Ich ward achtzehnjährig, die Verfolgungen meiner Beſchuͤtzerin begannen von Neuem, allein nach dem Teſta⸗ mente des Schloßherrn war ich von jetzt an emancipirt und durfte frei ſchalten und walten. Man ſtellte mir mein kleines Vermögen, den Contract meiner lebens⸗ länglichen und unveräußerlichen Rente zu und ich hielt mich für die größte Dame von Frankreich. Meine Ge⸗ ſellſchaft ward mir indeſſen zur Laſt, ich fühlte mich fortan ſo über ſie erhaben, daß ich mich ſchämte, ſie zu beherrſchen. Meine Penſionsvorſteherin, bei der ich nur einige Monate zugebracht hatte, bot mir an, zu ihr zu kommen und ihr in der Leitung ihres Hauſes behülflich zu ſein; ich willigte mit Freuden ein, verließ ohne Be⸗ dauern auf immer das lohnſüchtige Weib, das mir nie das Almoſen einer Liebkoſung geſpendet hatte, und be⸗ zog ein huͤbſches Zimmer im Penſionat.


