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Frau, welche beſtimmt war, meine Mutter zu erſetzen, verſchloß ſich durch eine ſolche Sprache mein Herz im⸗ mer mehr. Ich merkte, daß ſie mich nicht liebte, und unterſagte mir, ſie zu lieben; ich verſchloß mich in mich ſelbſt, ich fühlte die ungeheure Vereinzelung, zu der ich durch meine Geburt und durch die gefährliche Gabe einer über meinen Stand hinausgehenden Bildung verurtheilt war. Daher dieſer ſeltſame Charakter, den Nichts mehr verändern kann. So jung ich war, legte ich den liebe⸗ vollen Trieben meiner Seele, den in mir kochenden Leidenſchaften Schweigen auf; ich überzeugte mich, daß ich allein meine Zukunft ſchaffen, ich allein gegen die Unmöglichkeiten des Lebens ankämpfen müſſe, und ſo ſammelte ich denn alle meine Kräfte.
Eines Tages führte mich meine Wärterin in die Kirche. Ich war dreizehn Jahre alt. Einige Augen⸗ blicke nach uns trat ein glänzender Zug ein und ein junges ſchönes Mädchen, deſſen Schönheit durch ſeinen Putz und ſein Glück noch gehoben wurde, trat zum Altar. Eine zahlreiche Familie, Freunde, Höflinge um⸗ ringten ſie. Ein Bräutigam, eben ſo reich und von eben ſo hohem Stande wie ſie, reichte ihr die Hand; ich hörte rings um ſie her wiederholt die Aeußerung: Wie ſchön iſt ſie! Wie glücklich iſt ſie! Dieſe Schönheit, dieſes Glück ſchienen mir eine Verhöhnung meiner Lage, mei⸗ nes Unglücks; die ſeltſamſten Ideen traten vor meinen Geiſt, neue Horizonte, nicht gekannte Wege thaten ſich vor mir auf, ich bildete thörichte, vielleicht alberne Hoff⸗ nungen, die mich ſeither nicht mehr verlaſſen haben.
Von dieſem Augenblick an veränderte ſich bei mir Alles; ich ſtudirte, von beiſpielloſem Eifer erfaßt; ich beſchäftigte mich mit meiner Toilette, mit meinem Wuchſe, mit meinem Geſicht; ich beſchaute mich oft im Spiegel, ich ſuchte Complimente von den rohen Leuten meiner Umgebung zu erhaſchen, ich verſuchte meine Macht über ſie, ich gewahrte mit ſtolzer Freude, daß ich Alles be⸗ herrſchte, daß ich die Herrin und Königin unſers kleinen
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