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des benachbarten Schloſſes den Gedanken ein, meine natürlichen Anlagen zu entwickeln, ſie verlieh ihm die Mittel und den Willen, es zu thun und ſein gutes Werk, wie man es nannte, ſelbſt nach ſeinem Tode noch fort⸗ zuſetzen.
Die Frau, der er mich ſterbend anvertraute, voll⸗ zog ſeinen letzten Willen pünktlich. Nicht ein Heller von der zu meiner Erziehung, zu meinem Wohle be⸗ ſtimmten Summe ward anders verwendet. Sie reichte vierteljährlich dem Notar die Quittungen und Zeugniſſe meiner Lehrer ein und hatte folglich nach meinem zurück⸗ gelegten achtzehnten Jahre Anſpruch auf die hundert Thaler Renten, die ich ihr lebenslänglich von den zwölf⸗ hundert Francs bezahlen mußte, welche das Teſtament meines Gonners mir zuſicherte. Dieſe Frau, eine trockene, beſchränkte Perſon, ohne Herz und ohne Verſtand, von engherziger, ſtrenger Gottesfurcht, wandte ihren Einfluß auf mich an, um mich zum Eintritt in's Kloſter zu beſtimmen. Sie ſchilderte mir das klöſterliche Leben mit den verführeriſchſten Farben; ſie erweckte in mir ehr⸗ geizige Triebe, die meiner Natur ohnedieß ſchon ange⸗ boren waren; ſie führte mich in alle Klöſter, die ſich mit der Erziehung befaßten und machte mich auf die Achtung und Hochſchätzung aufmerkſam, welche die Dig⸗ nitare ſelbſt bei den angeſehenſten Perſonen genoſſen.
So angeſehen kannſt Du auch werden, wenn Du willſt, ſagte ſie zu mir. Dieſe guten Schweſtern, wie Du in der unterſten Volksklaſſe geboren, ſind durch ihre Talente und Tugenden zu der hohen Stelle gelangt, die ſie einnehmen, und keine von ihnen iſt erzogen wor⸗ den, wie Du, keine beſitzt, was Du, auch nicht Deine zwölfhundert Franes Renten! Welch' ſchöne Mitgift! Ich trete dann als Laienſchweſter in das nämliche Haus ein und Du wirſt mich beſchützen.
Ich horchte und ſchwieg, denn das Gepränge der Kirche war nicht nach meinem Geſchmacke und die Freu⸗ den des Kloſters befriedigten meine Wuͤnſch. nicht. Dieſe


