Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1850)
Entstehung
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zu ſein, Fräulein, und ich höre Sie mit dem größten

Intereſſe an.

Tauſend Dank, Herr Marquis, Gott wird Ihnen das Erbarmen lohnen, das Sie einer armen Waiſe ge⸗ währen. Sie wiſſen von meiner Vergangenheit, was Jedermann bekannt iſt, Sie wiſſen, daß ich der Barm⸗ herzigkeit meine Erziehung verdanke, Sie kennen meinen Aufenthalt im Penſionat, in England, in Deutſchland. Sie kennen meinen Charakter, inſofern ich ihn zeige, Herr Marquis, mein ganzer Charakter aber und mein Lebenslauf ſind Ihnen unbekannt.

Sie hielt einen Augenblick inne, gleichſam erſchrocken über die Geſtändniſſe, die ſie zu machen im Begriff war. Herr von Monza ermuthigte ſie durch ein Zeichen des Wohlwollens.

O, ich werde Alles ſagen, fuhr ſie fort, deßhalb bin ich gekommen, ich habe dieſer Tage genug gelitten wegen der Lage ohne Ausweg, in der ich mich befinde, ich habe genug gelitten wegen meines Alleinſtehens, wegen meiner Ohnmacht gegen den Dämon, der mich verfolgt. Das muß ein Ende nehmen.

Zählen Sie auf mich, Fraäulein, ich werde thun, was mir möglich iſt.

Ich muß bis auf meine Kindheit zurückgehen, denn von da an datiren ſich ſowohl mein Unglück, als das Verhängniß, das auf mir laſtet. Hätte mein Wohl⸗ thäter mich in meiner Sphäre leben laſſen, hätte er mich nicht aus meinem beſcheidenen Stande herausgeriſſen, ſo wären mir alle die Leiden, die mich beſtürmen, un⸗ bekannt geblieben; die unſeligen Leidenſchaften, die mich verzehren, hätten ſich nicht entwickelt, und ich wäre in diri Augenblick noch, was meine Mutter war, eine beſcheidene, glückliche Tochter des Volkes, umgeben von meiner Familie, nach keinen anderen Genüſſen als denen trachtend, die mir bekannt wären, und ohne das Un⸗ endliche, vielleicht das Unmögliche zu träumen. Allein die Vorſehung hatte es anders beſchloſſen; ſie gab dem Herrn

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