Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1850)
Entstehung
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Sie, Fräulein! iſt Flavia etwa krank?

Nein, mein Herr. Belieben Sie aber dennoch mir zu öffnen, ich muß durchaus mit Ihnen ſprechen.

Er öffnete und Chriſtine ſtand vor ihm, Chriſtine, nicht mehr in ihrem langen und ceremoniellen ſchwar⸗ zen Gewande, ſondern Chriſtine im Nachtkleid von weißem Mouſſelin, das um den Leib mit einer ſeidenen Schnur gegürtet, oben etwas offen war und weite Aermel hatte, welche prächtige Arme und eine bewunderungswürdige Bruſt zeigten. Ihre ſchönen ſchwarzen Haare, deren Flechten halb herabhingen, rahmten ihr Geſicht ein, das eine ängſtliche Schüchternheit und einen unwiderruflichen Entſchluß zugleich ausdrückte. Auch ſo war ſie ſchön, ihre Schönheit war jedoch eine fremdartige, übernatür⸗ liche, ſo zu ſagen. Der Marquis ſtarrte ſie ſtaunend an.

Was wollen Sie von mir? Fränlein, fragte er.

25. Ein Bekenntniß.

Herr Marquis, antwortete ſie, erlauben Sie mir, mich einen Augenblick zu ſetzen, denn ich bin ſehr er⸗ griffen und könnte mich kaum erklären.

Ich warte, Fräulein.

Und der Marquis ſchaute ſie mit einer ſehr natür⸗ lichen Ueberraſchung an und ſeine Einbildungskraft baute Vermuthungen, denen er ſich jedoch nicht überlaſſen durfte, bei welchen aber ſein Herz unwillkürlich ſtärker pochte. Chriſtine war ſo ſchön und dieſer Beſuch zu einer ſolchen Stunde ſchien ihm 9 auffallend!

Mein Herr, begann ſie endlich nach einigem Schwei⸗ gen, ich muß morgen Ihr Haus verlaſſen und bin der Güte, mit welcher Sie mich zu heehren geruhten, eine