Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

206

O, wenn Sie mich noch lieben würden!

Wenn ich Sie noch lieben würde! Ich liebe Sie, Beatrir, mit aller Zärtlichkeit und ſage Ihnen meiner⸗ ſeits: Wenn Sie es glauben wollten, wenn Sie ein wenig mehr Sanftmuth, ein wenig mehr Vertrauen in unſere Beziehungen legen wollten, ſo würde unſerm Gluͤcke Nichts fehlen.

Wohlan, mein Amadee, fragte ſie, indem ſie ihn umarmte, was verlangſt Du von mir? Ich will es thun, ich will es ſogleich thun. Alles für Dich, mein Engel.

Erſtlich, daß Du mir glaubeſt.

Ja, ich glaube Dir, ich will Dir immer glauben.

Dann wirſt Du die Leitung des Hausweſens und die der Erziehung Deiner Tochter wieder ein wenig über⸗ nehmen, oder wenn Dir das zu ſchwer fiele, wenigſtens durch Deine Ungerechtigkeit und Deine üble Begegnung die nicht entmuthigen, welche dieſe harte und ſchwere Aufgabe über ſich nimmt und ſie ſo bewunderungswür⸗ dig erfüllt.

Ich will mich morgen bei ihr entſchuldigen.

Nein, keine Entſchuldigungen, ſondern ein gutes Benehmen, Vernunft, Ruhe und zum Schluſſe wirſt Du ferner nicht über eine großmüthige und edle Freundin, über Frau von Alagny reden, wie Du bisher thateſt. Du wirſt uns Allen das Lächerliche Deiner Sticheleien erſparen, die ſie Dir leicht zurückgeben könnte, während ſie ſchweigt.

Die Marquiſe lächelte.

Auch das noch?

Ich bitte Dich darum!

Weiter?

Mehr verlange ich nicht und Du wirſt die vollkom⸗ menſte Frau auf Erden ſein.

8 Dann werde ich ſie ſein, denn Alles das will ich un.

Dank, meine Beatrix, Dank Dir, uns hiedurch den Frieden und die Freuden unſerer Jugend zurückzugeben.