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und dieſe Stütze, dieſen Beiſtand wollten Sie mir nicht laſſen. Ihre Liebe raubt mir Alles auf einmal. Was habe ich Ihnen gethan, Amadee, um mich ſo zu martern?
Der Marquis näherte ſich ſeiner Frau und ergriff ihre Hand; ſie ſchluchzte.
Meine Freundin, ſagte er zu ihr, Sie flößen mir inniges Mitleid ein...
O, Mitleid! rief ſie.
Ja, Mitleid, ich wiederhole es, denn ich kenne kein anderes Wort, um den unabläſſtigen Schmerz zu be⸗ zeichnen, den Sie in meine Seele geworfen haben. Ich habe alle nur möglichen Mittel verſucht, um Ihre un⸗ ſeligen Anlagen zu ändern. Sie weigern ſich, mich an⸗ zuhören. Wohlan, um jedoch den Frieden unter uns herzuſtellen, um Ihrem Herzen den Troſt zu bringen, den ich in daſſelbe ergießen möchte, will ich noch einmal verſuchen, Sie zu überzeugen. Sie wiſſen, wie heilig mir das Andenken meiner Mutter iſt, Sie wiſſen, ob ein Schwur bei dieſem geliebten Andenken nicht der heiligſte von allen iſt; Sie wiſſen, daß ich meine Toch⸗ ter anbete! Wohlan, meine Frau, bei dem Andenken meiner Mutter und dem Haupte meiner Tochter ſchwöre ich Ihnen, daß zwiſchen Fräulein Orthez„und mir nie andere als die kälteſten und anſtändigſten Beziehungen ſtattfanden, daß ich nie anders die Augen zu ihr auf⸗ geſchlagen habe, als um ihren Blick in ihrem Beneh⸗ men gegen Flavia zu prüfen. Abgeſehen von meiner Erkenntlichkeit iſt mir keine Perſon auf der Welt gleich⸗ kültiger. Noch mehr, dieſes keuſche, ſtrenge, ernſte Ge⸗ ſhopf, dieſe Sklavin ihrer Pflicht iſt keine Frau für mich. Ein Gedanke, der ſie beflecken müßte, ſchiene mir auf unſere Tochter überzugehen, die ihr anvertraut iſt. Nie, davon bin ich überzeugt, hat ein Mann ein Zeichen wohlwollender Gefühle von ihr erhalten. Hat ſie ein Herz? Ich zweifle daran. Kann ſie lieben? Ich glaube es nicht. Halten Sie mich für thöricht genug, meine Zeit mit Seufzern zu verlieren?


