Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1850)
Entstehung
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Ich habe Nichts vergeſſen, Fräulein. Die Geſund⸗ heit meines Kindes iſt zu koſtbar für mich, als daß ich nicht vor Allem daran denken ſollte. Sage mir, Flavia, wie fühlſt Du Dich, liebes Herzchen? Schmerzt Dich dieſe Drüſe?

Des Nachts hindert ſie mich zuweilen am Schlaf, wenn ich mich auf dieſe Seite lege.

Sehen Sie, das Mädchen hat furchtbare Nächte, das bin ich überzeugt; und ich wußte es nicht und bin nicht bei ihr geblieben!

Madame, Fräulein Flavia hat keine furchtbare Nächte, beruhigen Sie ſich. Sie wacht zuweilen auf und das merke ich auf der Stelle; dann begebe ich mich zu ihr und laſſe ihr die nöthige Pflege angedeihen.

Iſt das wahr, Flavia?

Mit einer unwillkürlichen Bewegung ſtand Chriſtine auf, legte die Hand auf das Haupt des Kindes, als wolle ſie es zum Zeugen anrufen, und ſagte:

Madame, ich habe nie gelogen!

Fräulein, verſetzte Herr von Monza, ich bitte Sie um Entſchuldigung, wollen Sie gefälligſt Flavia mit⸗ nehmen. 3

Die Gouvernante ſchlug ihr großes blaues Auge zu Herrn von Monza auf und las in den ſeinigen einen dem Ausbruche nahen Sturm. Sie ſah, daß ihre und ihrer Schülerin Gegenwart hier wirklich überflüſſig ſei, verneigte ſich ſchweigend und verließ mit Stolz, der jedoch ſo fern von Unverſchämtheit als von Kriecherei war, das Zimmer. Amadee begleitete ſie gleich einer Herzogin bis zur Thüre.—

Als er mit ſeiner Frau allein war, reichte er ihr den Arm und ſchlug ihr vor, einen Augenblick in den Salon hinuͤber zu gehen. Die Marquiſe wies denſelben zurück, ohne zu antworten, und ſchritt vor ihm her.

Sie traten Beide ein, der Marquis ſchloß die Thüre, Beatrix warf ſich auf einen Divan.

Bevor wir uns trennen, Madame, wollte ich Ihnen